1. Mannschaft: Ausgleich in letzter Minute ist für Mümliswil wie ein Sieg
Es ist zwar eine abgedroschene Phrase, aber wenn man sie am Samstagabend im Guldental nicht wieder einmal brauchen dürfte, wann dann? Bei herrlichem Fussballwetter empfing Mümliswil Wacker zu einem wichtigen Match im noch sehr langen Kampf gegen den Abstieg.
Und das Zitterspiel begann mit einem absoluten Novum: Als Mohamed Hamad in der 18. Minute sein Tor für die Grenchner schoss, war es das erste Mal in dieser Saison, dass Wacker in Führung gehen konnte. "Ein gutes Gefühl, es könnte öfters so sein", sagte Nico Allemann, Goalie und Captain zur Pause.Wackers Verteidiger David Affolter kann den Ball vor dem Mümliswiler Stürmer Robin Disler wegspedieren. Mümliswil konnte zwar auf den Rückstand reagieren und war mehr in Ballbesitz, kam aber in der ersten Hälfte nur zu einer einzigen hochkarätigen Ausgleichschance. Wacker behalf sich mit vielen kleinen, aber schmerzhaften Fouls, die Schiedsrichter Fritz Wyler zwar konsequent pfiff, die aber den Spielfluss trotzdem bremsten. So stellte Mümliswils Trainer Bruno Kaufmann für die zweite Halbzeit auf eine Dreierverteidigung um und beorderte Nicola Ackermann in die Offensive. Das führte zu noch mehr Ballbesitz, aber weiterhin nur zu wenigen gefährlichen Aktionen. "Uns fehlen drei verletzte Offensivspieler, das kann die Mannschaft nicht kompensieren", erklärte Kaufmann am Ende die inexistente Durchschlagskraft. In der 54. Minute schwächte sich Wacker selbts: Der bereits verwarnte Aldin Gromilic machte ein weiteres grobes Foul und musste das Spielfeld verlassen. Die Grenchner verhielten sich danach noch vorsichtiger und versuchten mit einer kompakten Defensive den Minimalvorsprung über die Zeit zu schaukeln. Sie kamen zu genau einem gefährlichen Konter, den Kamer Kara Semsi aber kläglich vergeudete. Mümmliswil rannte immer verzweifelter an. Als in der 85. Minute Jétôme Ackermann – der Mann mit der David-Luis-Frisur – sogar das leere Tor nicht treffen wollte, zeichnete sich der erste Saisonsieg für Wacker immer mehr ab. Doch in der Nachspielzeit kam die perfekte Flanke von rechts, die Nicola Ackermann mit dem Kopf zum 1:1 verwertete. In den letzten Sekunden wurde es noch hektischer, denn nach einem weiteren groben Foul sah auch noch Rodrogo Bento gelb-rot und die Grenchner waren nahe am Nervenzusammenbruch. Trainer Pasqualino Gaudiero legte sich gefährlich heftig mit dem Schiedsrichtertrio an, weil er die Kartenflut gegen Wacker nicht akzeptieren wollte. Bei den beiden Platzverweisen müssen sich die Grenchner aber an der eigenen Nase nehmen: Wer schon verwarnt ist, darf einfach keine solchen Fouls von hinten machen. Nachdem auch noch Christian Kamber aus kurzer Distanz über das Tor geschossen hatte, war die Herbstsonne untergegangen und das Spiel aus. Für Mümliswil ist der späte Ausgleich wie ein Sieg zu werten, der Ende Saison wichtig werden könnte, denn so konnte ein direkter Konkurrent im zu erwartenden Kampf gegen den Abstieg auf Distanz gehalten werden.
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Mümliswil – Wacker 1:1 (0:1) Brühl. - 100 Zuschauer. - SR Wyler.
Tore: 18. Hamad 0:1. 91. N. Ackermann 1:1.
Mümliswil: Häfliger; A. Kamber, N. Ackermann, J. Müller, Bader; Widmer (64. Hammer), Kohler, Wehrli (69. J. Ackermann), J. Disler (84. D. Müller); R. Disler, Ch. Kamber.
Wacker: Allemann; Castelli (73. De Araújo), Affolter (69. Mustafa), Gromilic, Bento; Hamad, Tropia, Batista, Kara Semsi; Bürki, Campos (57. Luzubu).
Platzverweise: 56. Gromilic, 92. Bento (beide gelb-rot nach wiederholt grobem Foul).
Oltner Tagblatt













