1. Mannschaft: Mümliswil dreht Thaler Derby
Fussball Guldentaler geben dank 4:2-Sieg über den FC Welschenrohr die «Rote Laterne» ab.
Die beiden Thaler Zweitligisten Mümliswil und Welschenrohr sparten das Spektakel im ersten Direktduell seit 18 Jahren für die zweite Halbzeit auf. Zur Pause lagen die in der Tabelle besser klassierten Gäste aus Welschenrohr mit einem Tor in Front. Nicht weil sie die bessere Mannschaft waren, sondern wegen ihrer Effizienz.
Lesen Sie nun den Matchbericht von OT-Redaktor Raphael Wermelinger in voller Länge!
Der Ex-Mümliswiler und jetzige Welschenrohr-Captain Manuel Müller nutzte in der 38. Minute eine der raren Torchancen zum 0:1 aus. Fabio Gradwohl im Tor der Mümliswiler musste den Flachschuss von Fabian Furrer nach vorne abprallen lassen, und Müller verwertete den Nachschuss. Die Gastgeber auf der anderen Seite verzeichneten im ersten Durchgang einen guten Abschluss von Robin Disler (24.) sowie einen Lattenschuss von Bozo Krizanovic (31.). Insgesamt waren die ersten 45 Minuten durch viel Kampf geprägt, zusammenhängende Aktionen waren indes Mangelware.
Nach dem Seitenwechsel hatte die Führung der Rosinlithaler gerade mal noch drei Minuten Bestand. Dann düpierte Robin Disler den herausgeeilten FCW-Goalie Marc Faganello, der in dieser Szene wie die gesamte Abwehr uralt aussah, mit einem Kopfball-Heber von der Strafraumgrenze aus. Keine fünf Minuten später korrigierte Welschenrohr den Fauxpas mit der abermaligen Führung. Innenverteidiger Ivan Stjepanovic nickte den von Remo Christ getretenen Eckball zum 1:2 ins Netz.
Joker-Tor brachte die Wende
Die Mümliswiler hatten schon am Mittwoch im Achtelfinal des Solothurner Cups gegen Trimbach gezeigt, dass sie ein Spiel drehen können. Und sie schafften dies auch im Derby. In der 56. Minute glichen die Gastgeber zum zweiten Mal aus. Rechtsaussen Dominik Ackermann spedierte den Ball quer in den Sechzehner. Kein FCW-Verteidiger vermochte zu klären, Torhüter Faganello klebte auf der Linie, und so musste Bozo Krizanovic nur noch ins leere Tor einschieben. Eine Viertelstunde später wendete sich das Blatt endgültig. Nicola Ackermann lancierte den keine Zeigerumdrehung zuvor eingewechselten Reto Schärmeli. Dieser fackelte nicht lange und hämmerte den Ball aus 18 Metern unhaltbar in die entfernte hohe Torecke.
Zwischen den beiden Toren zur Wende hatten allerdings die Welschenrohrer die besseren Chancen: Fabian Furrer scheiterte an Fabio Gradwohl (60.), Manuel Müller schoss mit links über den Kasten (66.). Zudem stand FCM-Innenverteidiger Nicola Ackermann in der 65. Minute nahe an einem Platzverweis. Der Unparteiische taxierte den Trikot-Zupfer – zum Glück für die Guldentaler – aber nicht als Foulspiel.
Nach einer kurzen Ruhephase mit mehreren Auswechslungen auf beiden Seiten, entschied der FC Mümliswil die Partie fünf Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit mit dem vierten Tor. Ivan Stjepanovc liess sich den Ball als letzter Spieler von Robin Disler abluchsen, welcher abgebrüht unter dem Torhüter hindurch zum 4:2-Schlussresultat traf. Gross waren der Jubel und die Erleichterung bei den Mümliswilern nach dem Schlusspfiff. Dank des zweiten Saisonsiegs gaben sie die «Rote Laterne» an den HNK Croatia ab und schlossen in der Rangliste zum hinteren Mittelfeld auf. Der FC Welschenrohr dagegen musste trotz zweimaliger Führung zum dritten Mal in Serie als Verlierer vom Platz, bleibt aber auf dem siebten Tabellenrang.
Mümliswil – Welschenrohr 4:2 (0:1)
Brühl. – 380 Zuschauer. – SR: Tasdemir. – Tore: 38. M. Müller 0:1. 48. R. Disler 1:1. 53. Stjepanovic 1:2. 56. Krizanovic 2:2. 71. Schärmeli 3:2. 85. R. Disler4:2.
Mümliswil: Gradwohl; Kamber (72. J. Ackermann), N. Ackermann, P. Wehrli, Widmer; J. Disler, Kohler; D. Ackermann, R. Wehrli (70. Schärmeli), R. Disler; Krizanovic (75. J. Müller).
Welschenrohr: M. Faganello; E. Christ, Stjepano- vic, Uebelhart, S. Eggenschwiler; T. Fankhauser (75. A. Musiqi), Stampfli, R. Christ (77. D. Müller), Furrer; M. Müller, A. Fankhauser (62. B. Musiqi).
Bemerkungen: Verwarnungen: 13. Uebelhart, 51. Stampfli, 61. N. Ackermann, 84. R. Disler, 88. Stjepanovic, 92. J. Ackermann (alle Foul). – Cornerverhältnis 5:7
Raphael Wermelinger













