1. Mannschaft: Die Küche bebt!
Ein nicht enden wollender Nieselregen, der dementsprechend schlammige Untergrund, die unangenehme Aprilkälte und der FC Welschenrohr als Gegner unserer ersten Mannschaft; die Zutaten für ein richtiges Thalerderby standen bereit und die Leckerei durfte „erkocht“ werden.
Aufgrund des schwierigen tiefen Terrains, der geschnürten Stollenfussballschuhe (und weg ist das „Gefühl in den Füssen“, um das eine oder andere fussballerische Schmankerl bieten zu können) und der kampfbetonten Ausrichtung des Gegners durfte nicht unbedingt ein Sternemenü erwartet werden.
Doch war es den Mümliswilern von Anfang an anzusehen, dass sie zumindest Währschaftes aufzutischen versuchten und keine Gelegenheit ausliessen, um die Speise Stück für Stück in Richtung Sterneküche aufzuwerten. Sie rissen das Spiel an sich, nahmen die Zweikämpfe an und versuchten mit schnörkellosem Spiel dem FC Welschenrohr von Beginn an den Schneid abzukaufen. Als Amuse-Bouche (für die Damen und Herren, welche wenig bis gar nichts mit der filigranen Küche am Hut haben, nachfolgend eine einfache Erklärung: Amuse-Bouche bedeutet in etwa „kleine Freude für den Mund“, damit ist ein leckeres Häppchen, welches vor der Vorspeise serviert wird, gemeint) gelang ein schöner Angriff, welcher mit einer flachen Hereingabe von der rechten Seite und dem humorlosen Abschluss des Captains Büttler zur 1:0-Führung ausgespielt wurde. Es folgten weitere Appetitanreger, welche oft schön erspielt, dann jedoch zum Teil unglücklich, zum Teil ein wenig sorglos ohne Torerfolg abgeschlossen wurden. Als echte Vorspeise diente dann das 2:0 durch Dani Bloch, der per Kopf einen stramm geschlagenen Freistossball von D. Ackermann ins Netz donnerte. In der ganzen ersten Halbzeit gelang dem FC Welschenrohr kein einziger nennenswerter Angriff, da die Abwehr der Guldentaler wie in den bisherigen Rückrundspielen solide agierte und von allen Mannschaftsteilen tadellos unterstützt wurde.
Nach der Pause trat der FCM einstellungsmässig unverändert auf und powerte weiter. Aufgrund der Auswechlsung von D. Kohler, welcher vom Schiedsrichter durch rund ein halbes Dutzend unverständlicher Entscheidungen an den Rand der Verzweiflung und in die Nähe einer gelb-roten Karte gebracht wurde, gab es einige Rotationen in der Aufstellung. Dies tat dem Auftritt des FCM jedoch keinen Abbruch, ganz im Gegenteil: Innerhalb von nur zehn Minuten servierten die Blau-Weissen ein echtes Hauptspeise-Feuerwerk und erhöhten durch Büttler, Müller und Schärmeli bis auf 5:0. Anschliessend nahmen die aktuellen Tabellenvierten merklich Tempo raus: Man spürte deutlich, dass sie sich ein wohlverdientes Verdauungspäuschen erlaubten. Nach einer knapp dreissigminütigen Phase, in jener trotz angezogener Handbremse respektive ausgezogener Kochmütze mehrere gute Angriffe erfolgten, welche jedoch nicht mehr mit aller Genauigkeit und Kaltschnäuzigkeit zu Ende gespielt wurden, durften sich die Zuschauer über das Dessert, angerichtet vom Patisseriespezialisten A. Frei, freuen, welcher einen von Hammer erkämpften Ball zum 6:0 verwertete. Keine zwei Minuten später traf Büttler zum dritten Mal und fügte dem Menü eine massige Torte als beinahe-Abschluss hinzu. Denn als Sahnehäubchen verwertete N. Ackermann eine tolle Flanke Schärmelis per Kopf zum 8:0-Schlussstand. Von A. Schneeberger über das gesamte Publikum bis zu den Mitspielern (Was, jetz machsch du no es Chopfgou?) rieben sich ob des per Haupt erzielten Tores vom Abwehrchef alle die Augen. Aus guten Quellen weiss der Schreiber dieses Matchberichtes übrigens, dass der besagte Torschütze aufgrund dieses Tores den ganzen Abend über Kopfschmerzen verspürte.
XY, ein Spieler des FCW, blieb nach dem Schlusspfiff minutenlang im Mittelkreis sitzen. Auf die Frage eines Teamkameraden, was er dort denn „gesucht“ habe, antwortete jener: Ich habe mir die 90 Minuten noch einmal durch den Kopf gehen lassen und mir überlegt, wann wir in der Nähe des Sechzehners der Mümliswiler aufgetaucht sind. Es ist mir genau eine Situation in den Sinn gekommen, welche – und dies nur mit viel Wohlwollen – als halbwegs gefährlich bezeichnet werden darf.
Ganz bestimmt darf dieses kurze Gespräch nebst dem oben beschriebenen 8-Gängemenü als bezeichnend für die Leistung des FCM angesehen werden. Der Einsatz hat gestimmt, die defensive Ordnung bestand über die ganze Spielzeit und die Effizienz vor dem Tor hat zumindest in der zweiten Halbzeit besser gepasst als auch schon.
Angefügt werden darf noch, dass nach dieser Gaumenfreude auf dem Fussballplatz als „echtes“ Mümliswiler Dessert noch das eine oder andere Bier in der Kabine und im Clubhaus „verputzt“ wurde.
In der nächsten Woche wartet der erste Spitzenkampf der Rückrunde auf die Mümliswiler. Am Sonntagvormittag wartet mit dem FC Olten ein Aspirant auf die Aufstiegsspiele. Mit breiter Brust wird das Team von Schneeberger/Frei in dieses wichtige Spiel starten und würde sich natürlich über eine grosse Unterstützung in der Fremde freuen.
Küchenhighlights des Tages:
- Die Null steht auch nach 270 Minuten in der Rückrunde noch.
- Der FCM erzielt in einem Spiel vier Kopfballtore durch vier verschiedene Torschützen (Bloch, Schärmeli, Büttler, N. Ackermann).
- Torwart Teutschmann erlitt keinerlei Erfrierungen trotz beinahe null Beschäftigung.
Matchberichtsponsor:
Aufstellung:
Teutschmann; Bloch, Bader, N. Ackermann, J. Ackermann; Frei, Kohler (46. D. Müller), Büttler, D. Ackermann (71. Kamber); Schärmeli, R. Wehrli (56. Hammer)
Tore:
1 : 0, 2. Min., S. Büttler
2 : 0, 31. Min., D. Bloch
3 : 0, 48. Min., S. Büttler
4 : 0, 52. Min., D. Müller
5 : 0, 56. Min., R. Schärmeli
6 : 0, 85. Min., A. Frei
7 : 0, 87. Min., S. Büttler
8 : 0, 90. Min., N. Ackermann












