Interview mit Livio Studer
Für die Rückrunde können wir einen Wunschspieler für die 1. Mannschaft präsentieren. Es ist Livio Studer, der zuletzt beim FC Kestenholz gespielt hat. Wir konnten ein längeres Interview mit ihm führen.

Web-Team: Livio, stelle Dich doch gleich selber vor!
Livio: Ich bin 29 Jahre alt, komme aus Oberbuchsiten und bin seit zwei Jahren mit Velinka verheiratet. Sie stammt ursprünglich aus Serbien und wir sind daran, dass sie sich an das neue Leben in der Schweiz gewöhnt. Meine Hobbies neben dem Fussball sind Reisen und Kochen. Ich habe vor drei Jahren den Master of Law an der Universität Luzern abgeschlossen und befinde mich momentan inmitten der Anwaltsprüfungen.
Wie ist Dein Werdegang als Fussballer?
Der ist lang, da ich in vielen Vereinen und in verschiedenen Regionen der Schweiz Fussball gespielt habe, weshalb ich gar nicht weiss, wo ich anfangen soll.
Deshalb der Reihe nach: Die Juniorenzeit absolvierte ich beim FC Egerkingen, sodann eine Saison lang bei den C-Junioren Thal United und anschliessend in den Nachwuchsteams U15 bis U18 beim FC Aarau. Mit 17 Jahren wechselte ich zum FC Wangen bei Olten und hatte dort in der 1. Liga meine ersten Teileinsätze als Aktivfussballer. Da mir der Sprung zum Stammspieler nicht auf Anhieb gelang, wechselte ich zum FC Olten in die 2. Liga interregional. Als Stammspieler stieg ich mit dem FC Olten in die 1. Liga auf und spielte dort zwei erfolgreiche Saisons, bevor es mich aus privaten Gründen in die Innerschweiz zog. Deshalb erfolgte der Wechsel zum damaligen 2. Liga Verein FC Aegeri. Gleich in der ersten Saison mit dem FC Aegeri stiegen wir von der 2. Liga in die 2. Liga interregional auf und wurden Innerschweizer Cupsieger. Während weiterer drei Saisons spielte ich als Leistungsträger beim FC Aegeri in der 2. Liga interregional, ehe ich nochmals eine neue Herausforderung suchte und zu einem gleichklassigen Spitzenteam, dem FC Emmenbrücke, wechselte. Nach einer erfolgreichen Saison mit Spielen unter anderem gegen die Fanionteams des FC Luzern, FC Zürich und SC Kriens wechselte ich wegen des hohen Trainingsaufwandes zurück zum FC Aegeri in die 2. Liga interregional.
Als ich aus beruflichen Gründen meinen Wohnsitz wieder in den Kanton Solothurn verlegte, wollte ich eigentlich eine Fussballpause einlegen. Ein ehemaliger Bekannter, welchen ich von der Juniorenzeit her noch kannte, war damals in Kestenholz Trainer und fragte mich an, ob ich mich nicht dem FC Kestenholz anschliessen wolle. Neben den sportlichen Erfolgen ist sicherlich auch speziell, dass ich mich vom Verteidiger (vorwiegend am Anfang meiner Karriere) zum erfolgreichen Offensivspieler entwickelt habe. Mit zunehmendem Alter habe ich den Torriecher in mir entdeckt und habe jede Saison stets mehr Tore erzielt.
Was sind Deine Stärken?
Ich bin sehr vielseitig einsetzbar, so habe ich in der 1. und 2. Liga interregional ausnahmslos auf jeder Feldposition schon gespielt. Dies liegt wohl an meiner Beidfüssigkeit, an der sehr guten taktischen Grundschulung, dass ich im Eins-gegen-Eins sehr gut bin und über eine gewisse Spielintelligenz verfüge. Eine weitere Stärke ist sicherlich meine hervorragende körperliche Verfassung. So gehöre ich trotz meines Alters immer noch zu den schnelleren Spielern.
Welche Schwächen hast Du noch?
Da gibts sicherlich einige. Allerdings will ich diese nicht verraten. Zudem bin ich mittlerweile in einem Alter, wo ich diese Schwächen nicht mehr ausmerzen kann. Deshalb konzentriere ich mich mehr auf meine Stärken und versuche diese gezielt einzusetzen und keine Gedanken über meine Schwächen zu verschwenden.
Wie kamst Du zum FC Mümliswil?
Die ersten Kontakte mit Trainer Bruno Kaufmann hatten sich bereits vor eineinhalb Jahren ergeben, allerdings habe ich damals aus privaten Gründen von einem Wechsel abgesehen. Seitdem bin ich stets in Kontakt geblieben und jetzt auf die Rückrunde hin, hat es einfach gepasst, den Wechsel zu vollziehen.
Zudem habe ich zum FC Mümliswil eine spezielle Verbindung. Während einer Saison lang habe ich für die damalige C-Meister Juniorenmannschaft gespielt, welche auch aus Spielern des FCM bestand. Einige meiner Mitspieler von damals waren oder sind nach wie vor Spieler beim FC Mümliswil oder sonstwie im Verein tätig. Zudem habe ich jedes Jahr im Sommer am Grümpi des FC Mümliswil auf der Alp teilgenommen mit einigen ehemaligen Mitspielern der damaligen C-Meister Mannschaft. Dadurch bin ich mit dem FCM stets in Kontakt geblieben.
Wie sieht Dein Wochenprogramm im Beruf und im Sport aus?
Unter der Woche arbeite ich zu 70 % bei der Staatsanwaltschaft als juristischer Untersuchungsbeamter. Die restlichen Tage neben der Arbeit bin ich sehr viel am Lernen, da ich mich inmitten der Prüfungen zum Anwalt befinde. An drei Abenden stehen jeweils Trainingseinheiten an. Auch am Wochenende bin ich eigentlich immer am Lernen, ausgenommen wir haben ein Spiel. Es ist ein intensives Wochenprogramm, aber der Sport gibt mir den idealen Ausgleich zum beruflichen Alltag und zum ständigen Lernen.
Was sind Deine kurz- und langfristigen Ziele als Fussballer?
Mein kurzfristiges Ziel ist es, im ersten Rückrundenspiel gegen Härkingen drei Punkte einzufahren und die nötige Basis für den Ligaerhalt zu bewerkstelligen. Ich bin in meiner Karriere als Spieler noch nie abgestiegen und das soll auch so bleiben! Mit zunehmendem Alter und Erfahrung habe ich gelernt, dass längerfristiges Denken im Fussball keinen Sinn macht. Wenn ich aber schon weiter in die Zukunft blicken soll, dann besteht mein Ziel darin, den jungen Spielern mit meiner Erfahrung zu helfen.
Wie wurdest Du beim FC Mümliswil aufgenommen?
Ich wurde sehr gut aufgenommen. Den einen oder anderen kenne ich ja noch von früher. Zudem haben mich die meisten Spieler schon gekannt. Mein erster Eindruck ist, dass in der Mannschaft eine gute Kameradschaft herrscht, was im Amateurfussball sicherlich Basis ist, um erfolgreich zu sein.
Was können wir von Mümliswil 1 in der 2. Liga noch erwarten?
Entscheidend wird der Rückrundenstart sein, insbesondere das erste Spiel. Ziel wird es sein, möglichst schnell die nötigen Punkte einzufahren. Erwarten kann man von uns sicherlich, dass wir die bewährten Tugenden, wie Kampf, Einsatz, Laufbereitschaft, etc. im Abstiegskampf an den Tag legen werden. Dadurch wird auch der Erfolg zurückkehren und mit dem Erfolg das Selbstvertrauen. Im Abstiegskampf ist es wichtig, Spiel für Spiel zu nehmen und nicht zu weit nach vorne zu schauen, weshalb der Fokus auf dem ersten Spiel liegt.
„In der Kürze liegt die Würze“
Mein Lieblingsverein ist… der FC Basel.
Schweizer Fussballmeister 2017 wird… natürlich der FC Basel.
Die Europameisterschaft 2016 in Frankreich war… zu schnell vorbei, insbesondere für die Schweiz.
Der FC Mümliswil ist… in der Saison 2017/2018 sicher noch in der 2. Liga.
Livio, ganz herzlichen Dank für das Interview und viel Freude und Erfolg beim FCM!












