Bei den Gästen aus Mümliswil stand heute Eggenschwiler zwischen den Pfosten. Der etatmässige Torhüter Teutschmann durfte dafür auf dem Flügel von Beginn an ran und sein Können mit dem Fuss und (Achtung Spoiler) auch mit dem Kopf unter Beweis stellen. Bei den Mümliswilern war von Beginn an erkennbar, dass sie heute ein anderes Gesicht zeigen wollten als noch vor einer Woche. Spielbestimmend, mit schönen Kombinationen und teilweise sehenswertem Fussball, zeigten sie, dass sie das Fussballspielen doch nicht komplett verlernt hatten. Was zu Beginn allerdings noch nicht wirklich verbessert schien, war die Chancenverwertung. Nach 22 Minuten war es dann aber endlich soweit. Die Mümliswiler durften erstmals jubeln. Eine Hereingabe von Teutschmann verwertete Simic abgeklärt zum 0:1. Die Gäste blieben am Drücker, liessen den Ball teilweise laufen wie am Schnürchen und zeigten auch defensiv wieder ein deutlich engagierteres Gesicht. Die Härkinger kamen deshalb nur selten gefährlich vor das Tor. In der 36. Minute musste Eggenschwiler dann doch erstmals hinter sich greifen. Die Härkinger glichen zum 1:1 aus. Die Freude der Hausherren hielt jedoch nicht lange an. Kurz darauf spielte Robin Disler einen Eckball kurz auf Simic. Dieser legte zurück auf Disler, dessen Hereingabe Teutschmann mit einer seiner silbernen Haarspitzen zum 1:2 ins Netz verlängerte. Mit der verdienten Führung ging es in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Die Mümliswiler hatten das Spiel weiterhin im Griff und standen defensiv sehr stabil. Rund 20 Minuten lang passierte wenig Zählbares, ehe beide Mannschaften beschlossen, den Zuschauern zum Saisonabschluss noch ein kleines Torfestival zu schenken. In der 60. Minute war es der eingewechselte Lars Probst, dessen Lungenvolumen mittlerweile vermutlich offiziell als Naturdenkmal eingestuft werden müsste. Nach einem herrlichen Solo durch gefühlt die komplette Hintermannschaft der Gäuer schob er den Ball souverän zum 1:3 in die tiefe Ecke. Danach begann die grosse Simic-Show. Nachdem er bereits in der ersten Halbzeit getroffen hatte, stellte er mit seiner Erfahrung und seiner gefürchteten Schusstechnik innert zwei Minuten auf 1:5. In der 61. und 63. Minute traf er gleich doppelt und liess damit sämtliche Diskussionen über den Man-of-the-Match-Award vorzeitig verstummen. Die Härkinger zeigten jedoch Moral und verkürzten wenig später auf 2:5. Wer nun auf eine Aufholjagd hoffte, wurde allerdings schnell enttäuscht. In der 71. Minute zirkelte Simic einen Eckball millimetergenau auf den Kopf von Teutschmann. Dieser köpfelte den Ball wunderschön zum 2:6 ins Netz. Bei der Wucht und Präzision der Hereingabe dürfte die eine oder andere Hirnzelle von Teutschmann allerdings gelitten haben. Besonders tragisch, wenn man bedenkt, dass Torhüter bekanntlich ohnehin nicht im Überfluss damit ausgestattet werden... Die Härkinger gaben sich auch jetzt nicht geschlagen und verkürzten nochmals auf 3:6. Die drei Gegentore täuschen allerdings etwas über die starke Leistung der Viererkette und von Eggenschwiler hinweg, die über weite Strecken eine sehr solide Partie ablieferten. Den Schlusspunkt setzten schliesslich nochmals die Mümliswiler. Nach einem wunderschönen Angriff wie aus dem Lehrbuch über zahlreiche Stationen vollendete Ryan Disler gekonnt zum 3:7-Endstand.
Es war ein Spiel, in dem die Mümliswiler endlich wieder vor Spielfreude strotzten und zeigten, was eigentlich in ihnen steckt. Ein versöhnlicher Abschluss einer grundsätzlich guten Saison, die in den letzten Wochen etwas an Glanz verloren hatte. Mit diesem Sieg verabschiedet man sich nun mit einem guten Gefühl in die Sommerpause. Der 3. Tabellenrang ist ein respektables Ergebnis. Dazu kommt der Halbfinaleinzug im Cup sowie das grosse Highlight vom vergangenen August, als man in Zürich endlich einmal Schweizer-Cup-Luft schnuppern durfte. Trotzdem bleibt ein kleiner Wermutstropfen: In den entscheidenden Spielen gegen die stärksten Gegner konnten die Mümliswiler ihr volles Potenzial nie wirklich abrufen. Dass dies möglicherweise auch mit dem ungenügenden Trainingsbesuch zusammenhing, darf zumindest nicht ganz ausgeschlossen werden.
Besten Dank an die Zuschauerinnen und Zuschauer für die Unterstützung. Heute hat sich der Besuch auf jeden Fall mehr gelohnt als noch vor einer Woche. Und natürlich ein grosses Dankeschön an alle, die unsere Mannschaft während der gesamten Saison begleitet haben.