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    FC Mümliswil

    Senioren: 180 SPIELE THOMI und Einzug in die Meistergruppe

    | Kevin Widmer | Berichte Senioren

    Mit dem klaren Sieg in Egerkingen haben sich die Mümliswiler für das letzte Spiel der Vorrunde in eine hervorragende Ausgangslage gebracht, um erneut den Einzug in die Meistergruppe zu schaffen. Der heutige Gegner Klus-Balsthal hingegen musste im Guldental zwingend gewinnen, um sich selbst noch ein Ticket für die Meistergruppe zu sichern. Der letzte Vollerfolg der Spielgemeinschaft Balsthal/Welschenrohr gegen Mümliswil lag allerdings bereits einige Partien zurück, sodass die Mümliswiler mit entsprechend breiter Brust antreten konnten. Mindestens ebenso wichtig wie die sportliche Ausgangslage war an diesem Abend jedoch ein ganz besonderer Abschied: Der langjährige Dauerläufer Thomas «Thomi» Ackermann schnürte zum 180. und gleichzeitig allerletzten Mal seine Fussballschuhe für die Mümliswiler Senioren. Zu diesem Anlass erhielt die Mannschaft nach der Ansprache von Trainer M. Ackermann in der Kabine noch überraschenden Besuch: Drei langjährige Weggefährten von Thomi liessen es sich nicht nehmen, ihrem alten Kumpel persönlich die Ehre zu erweisen. Neben zahlreichen lustigen Anekdoten aus vergangenen Fussballzeiten hatten die drei auch noch eine Kiste Bier im Gepäck. Ob diese Kiste tatsächlich bis nach dem Schlusspfiff unangetastet blieb, konnte bis Redaktionsschluss nicht abschliessend geklärt werden.

    Ein Derby ist bekanntlich immer etwas Besonderes. Was diesem Duell seit einiger Zeit jedoch zusätzliche Brisanz verleiht, ist eine Entscheidung der Vereinsleitung des FC Klus-Balsthal, die im Thal für reichlich Unverständnis sorgt und insbesondere den Junioren der gesamten Region schadet. Vielleicht führen die kleineren Rochaden der vergangenen Monate ja dazu, dass diese Entscheidung nochmals überdacht wird. Nun ja, genug der politischen Nebenschauplätze, schliesslich wurde an diesem Abend auch noch Fussball gespielt. Und dort sollten bekanntlich die Füsse und nicht die Köpfe für die Schlagzeilen sorgen. Also zurück zum sportlichen Geschehen!

    Zum allerletzten Mal führte Thomi seine Jungspunde aufs Feld und durfte mitansehen, wie beide Mannschaften ordentlich in die Partie starteten. Sowohl die Mümliswiler als auch die Gäste verstanden es zunächst gut, den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen. Schon bald stellten die Gäste das Heimteam jedoch geschickt zu, sodass die Mümliswiler zunehmend Mühe bekundeten, sich überhaupt aus der eigenen Platzhälfte zu kombinieren. In der 12. Minute waren es die Mümliswiler, welche das Skore eröffneten. Wie bereits beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften auf dem Mümliswiler Brühl profitierte das Heimteam von einem folgenschweren Ausrutscher eines Gästeverteidigers. Man darf es an dieser Stelle bereits vorwegnehmen: Der heute mit Abstand beste Spieler auf dem Platz, R. Wehrli, liess sich diese Einladung nicht zweimal geben und versenkte die Kugel trocken zum 1:0 für die Mümliswiler. In der Folge war die Partie geprägt von guten Kombinationen der Gäste, viel Einsatz und einem hohen Tempo. Wirklich eingreifen mussten die beiden Torhüter allerdings nur selten. Für das spielerische Highlight des Abends sorgte dann erneut der überragende und scheinbar unermüdliche R. Wehrli. Mit einer herrlichen Einzelaktion liess er gleich zwei Gegenspieler stehen und überlupfte anschliessend den gegnerischen Torhüter auf wunderbar elegante Art und Weise. Ein Treffer wie aus dem Lehrbuch, der wohl in jeder Stürmerschule als Anschauungsmaterial dienen könnte. Nur kurze Zeit später kamen die Kluser nach einem sehr strengen Pfiff zu einem Freistoss. Der anschliessende Abschluss düpierte sowohl die Mauer als auch I. Teutschmann in der Torwartecke. Der Einzige, der diesen Schuss offenbar schon im Voraus kommen sah, war Thomi. Dieser hatte nämlich bereits vor der Ausführung lautstark angekündigt, dass der Ball genau dorthin gespielt werden würde. Schade nur, dass seine hellseherischen Fähigkeiten an diesem Abend offenbar nicht bis zu seinen Mitspielern durchdrangen. Mit einer 2:1-Führung für die Mümliswiler ging es schliesslich in die Pause.

    In der zweiten Halbzeit bekundeten die Mümliswiler zunehmend Mühe, ihr eigenes Spiel auch nur ansatzweise durchzuziehen. Besonders mit Ball agierte man auffällig passiv, und zeitweise hatte man das Gefühl, die Gäste seien mit einem Spieler mehr auf dem Platz. Ob dies an der komfortablen Ausgangslage lag, aufgrund derer man nicht mehr zwingend Vollgas geben musste, oder ob sich die während praktisch der gesamten Vorrunde bescheidene Trainingspräsenz einmal mehr bemerkbar machte, sei dahingestellt. Die Kluser erhöhten in der Folge den Druck, ohne dass sich I. Teutschmann jedoch allzu oft auszeichnen musste. Einerseits lag dies an der gut organisierten Mümliswiler Viererkette, andererseits aber auch an der heutigen Abschlussschwäche der Gäste. Einmal wäre I. Teutschmann nach einem kleinen Fehler bereits geschlagen gewesen, doch die Kluser brachten das Kunststück fertig, diese hochkarätige Möglichkeit zu vergeben. Die Mümliswiler mussten unterdessen gleich dreimal verletzungsbedingt wechseln. Wirklich ins Zittern geriet das Heimteam dennoch nie. Dank der frühen Führung und der Tatsache, dass die Kluser zwingend einen Sieg benötigten, um in der Tabelle noch an den Mümliswilern vorbeizuziehen, blieb die Ausgangslage stets komfortabel. In der Nachspielzeit war es dann schliesslich «Mister Zuverlässig» F. Gradwohl, der den Sack endgültig zumachte. Aufgrund seiner Trainingspräsenz, die ungefähr so regelmässig ausfällt wie ein Sechser im Lotto, muss sich der einstige Leistungsträger mittlerweile leider immer häufiger mit der Rolle des Einwechselspielers begnügen. Dass er das Toreschiessen trotzdem nicht verlernt hat, bewies er einmal mehr eindrücklich. Einen Abpraller verwertete F. Gradwohl souverän zum 3:1-Endstand.

    Mit diesem Sieg konnten sich die Mümliswiler zum dritten Mal in Folge für die Meistergruppe qualifizieren. Diesmal allerdings «nur» als Gruppenzweiter. Der grösste Negativpunkt dieser Vorrunde war sicherlich die schwache und bereits mehrfach angesprochene Trainingspräsenz. Gerade in den Partien gegen die stärkeren Gegner machte sich diese unübersehbar bemerkbar. Gleichzeitig darf man aber auch positiv hervorheben, dass die Qualifikation für die Meistergruppe trotz den wenigen Trainigs äusserst souverän gelang. Bei lediglich sechs Spielen sind vier Punkte Vorsprung und ein um 16 Treffer besseres Torverhältnis gegenüber dem ersten Verfolger beinahe schon eine halbe Weltreise. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn die Trainingspräsenz in Zukunft wieder etwas gesteigert werden könnte. Davon würde nicht nur die spielerische Qualität profitieren, sondern ganz besonders auch der Spass jener Spieler, die Woche für Woche zuverlässig auf dem Trainingsplatz stehen. Denn auch die grössten Trainingsweltmeister haben irgendwann genug davon, jeden Mittwoch gegen dieselben fünf Nasen zu spielen.

    Einer dieser stets anwesenden Spieler gab heute, wie bereits erwähnt, seine Dernière. Ein letztes Mal durften seine Mitspieler und die Zuschauer seinen beispiellosen Einsatz, seinen unermüdlichen Kampfgeist und seine noch immer gefürchtete Zweikampfhärte bestaunen. Dass Thomi nicht nur auf dem Fussballplatz stets vollen Einsatz zeigte, kann weiter unten in der Rubrik «Das gab zu reden» nachgelesen werden.

    Lieber Thomi, herzlichen Dank für deinen unermüdlichen Einsatz für unser Team, deine vorbildliche Einstellung und die unzähligen geselligen Stunden nach den Trainings und Spielen! Du wirst uns definitiv fehlen, auf und neben dem Platz!

    Wir sind uns aber sicher, dass wir dich auch in Zukunft das eine oder andere Mal in der dritten Halbzeit begrüssen dürfen. Schliesslich wäre es doch schade, wenn du nach 180 Spielen ausgerechnet jene Halbzeit verpassen würdest, in der du über all die Jahre vermutlich deine konstantesten Leistungen abgeliefert hast! 🍻

     

    Man of the Match

    Roger Wehrli war an diesem Abend die überragende Figur auf dem Platz und machte mit seinen beiden Treffern den entscheidenden Unterschied aus. Dicht auf den Fersen war ihm sein Bruder Patrick Wehrli, der gefühlt keinen einzigen Zweikampf verlor und hinten alles abräumte.

     

    Die goldene Pflaume des Spiels

    Bei der Kluser Verteidigung dürfte vor dem nächsten Gastspiel auf dem Brühl dringend eine Überprüfung des Schuhwerks anstehen.

     

    Das gab zu reden

    Nach dem Schlusspfiff rückte das sportliche Geschehen ziemlich schnell in den Hintergrund. Schliesslich gab es an diesem Dienstagabend nicht nur den Einzug in die Meistergruppe, sondern vor allem auch den Abschied von Thomi gebührend zu feiern. Kurzerhand wurde die Mümliswiler Kabine zur Festhütte umfunktioniert, und zu den Spielern gesellten sich nach und nach auch einige Zuschauer, die es sich nicht nehmen liessen, Thomi nochmals ordentlich hochleben zu lassen.

    Was folgte, war eine dritte Halbzeit, die bezüglich Einsatz, Ausdauer und Durchhaltevermögen sämtliche bisherigen Saisonleistungen locker in den Schatten stellte. Während auf dem Platz nach 80 Minuten bei einigen bereits die Luft draussen war, schien in der Kabine plötzlich jeder über die Kondition eines Marathonläufers zu verfügen. Die letzten Feierwütigen fanden jedenfalls erst nach 04:30 Uhr den Weg ins Bett.  

     

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