Lektion Vereinsgeschichte
In den letzten Tagen sind vermutlich einige Dorfbewohner neben der Abbruchstelle des ehemaligen Restaurant Limmernschlucht stehen geblieben. Am Montagabend und am Dienstag konnte man folgendes Bild entdecken:
Richtig!
Was hier abgebrochen wird, war bis 1984 die Garderobe des FC Mümliswil. Links im Bild sind noch zwei Haken der Garderobe zu sehen, daneben haben die Erbauer liebevoll die Duschenwand mit dem FCM-Logo versehen. Doch der Reihe nach:
Nach der Vereinsgründung im Jahre 1949 trainierten die fussballbegeisterten Guldentaler in der Sebletenweid. Das ist das kleine flache Wiesenstück beim Skilift Sebleten. Die ersten Meisterschaftsspiele durfte man im Mühlefeld in Balsthal austragen.
Später konnte man mit dem Sebleten-Bauer Nussbaumer vereinbaren, dass man auf der Fellenmoos-Wiese trainieren und spielen durfte, wenn nicht Vegetationszeit war. Die Tore mussten jeweils wieder abgebrochen werden, wenn eine Mahd fällig wurde. Im Gemeindearchiv findet sich ein Inspektionsbericht des Schweizerischen Fussball- und Athletik-Verbandes vom 25. September 1957. Interessante Aspekte daraus:
4. Bodenbeschaffenheit und Zustand des Platzes:
stark unebenes Grasland / im Sommer als Wiese
5. Umkleideräume:
Bänke und Tische / Waschgelegenheit der Dorfbrunnen
9. Anträge betreffend Genehmigung des Platzes:
Der Platz befindet sich seit 4 Jahren immer am gleichen Ort. Den Sommer durch werden die
Tore entfernt und zu Beginn der neuen Saison wieder in die im Boden befindlichen Röhren gesteckt.
Somit wäre alle Jahre wieder eigentlich eine Inspektion überflüssig.
Gemäss Aussagen älterer FCM-Mitglieder konnte man später im Restaurant Limmernschlucht die Waschküche und ein Säli als Garderobe benützen. Die Ersten hatten nach einem Spiel einige Zuber mit sauberem, warmem Wasser zum Waschen. Die Letzten hatten nur noch dreckiges Wasser zur Körperpflege.
Im Jahre 1967 konnte man mit Andres Haefely-Pasquier, dem Wirt des Restaurant Limmernschlucht, eine Vereinbarung zum Bau einer Dusche mit zwei Garderoben treffen. Im Archiv findet sich eine Rechnung der einheimischen Bauunternehmung Ziegler-Latscha über 7570.05 Fr. für den erwähnten Bau der Garderoben und Duschen im Keller des Restaurants. Zudem ist eine Rechnung vorhanden für den Kauf eines Durchlauferhitzers. Dieses Gerät zur Warmwasseraufbereitung brachte dem Verein aber in der Folge viel Ärger. Jedenfalls existieren unzählige Schreiben mit Reklamationen, dass das Gerät schlecht funktioniere.
Mit dem Bau des Klubhauses im Brühl (Einweihung 1984) endete dann die Zeit im Restaurant Limmernschlucht. Und nun ist - mehr als 30 Jahre später - auch das Ende des historischen Gebäudes angebrochen.
Martin Bürgi













