Der FC Mümliswil will weniger Geschenke verteilen und mehr dreckige Siege einfahren
Auch wenn er kein Stürmer ist, war Florian Arnold in den vergangenen Saisons mehrmals der beste Torschütze des FC Mümliswil. Der 25-jährige Oensinger läuft meist im Zentrum auf und sagt: «Auf der Aussenbahn schränken mich die Linien ein.»

Florian Arnold in Aktion gegen den FC Hägendorf. Bild: Carole Lauener
Drei Mal reisten die Mümliswiler in der Vorrunde vergebens zum Gastspiel beim FC Riedholz an. Zwei Mal waren die schlechten Platzverhältnisse auf dem Wyler der Grund, dass die Partie kurzfristig abgesagt werden musste. Schliesslich sollte das Spiel am 29. Oktober auf dem Kunstrasen in Zuchwil ausgetragen werden. Doch es sollte wieder nicht sein. Dichter Nebel verunmöglichte die Durchführung der Partie. Zwei Wochen vor dem offiziellen Start der zweiten Saisonhälfte ist es nun so weit. Die beiden Aufsteiger treffen sich zum Direktduell.
«Ich freue mich, dass es losgeht. Ich hoffe, dass es diesmal endlich klappt», sagt Florian Arnold lachend. Der 25-Jährige stand beim FC Mümliswil in der Vorrunde in allen elf Spielen in der Startelf. Dreimal wurde er kurz vor Schluss ausgewechselt und verpasste insgesamt nur 22 Spielminuten. Der zentrale Mittelfeldspieler erzielte zwei Tore: die zwischenzeitliche 2:1-Führung beim 2:2 gegen Fulenbach und das 2:0 beim 3:1-Heimsieg gegen den FC Olten.
Der FC Mümliswil überwinterte mit acht Punkten auf dem neunten Platz. Das Team habe einige sehr gute Leistungen gezeigt in der ersten Saisonhälfte, mit der Ausbeute ist Arnold aber nicht ganz zufrieden: «Es hätten sicher sechs Punkte mehr sein können.» In der zweiten Runde musste sich Mümliswil gegen Fulenbach nach einer 2:1-Führung mit einem Unentschieden begnügen.
In der Woche darauf kassierten die Guldentaler auswärts beim FC Gerlafingen nach zwei Gegentreffern in der Nachspielzeit eine bittere 2:4-Niederlage. Beim 3:3 im zweitletzten Spiel daheim gegen Biberist gab der FC Mümliswil in der Schlussviertelstunde einen Zwei-Tore-Vorsprung aus der Hand.
Am meisten ärgerte Arnold aber das 0:1 im Derby beim FC Klus/Balsthal. Das entscheidende Tor fiel erst in der 92. Minute. «Wir hatten in vielen Spielen längere gute Phasen, konnten es aber zu selten über die gesamten neunzig Minuten durchziehen», fasst er zusammen. Dass die Mümliswiler viele Punkte verspielten, lag nicht an der mangelnden Kondition, stellt er klar: «Es war eher eine Kopfsache. Uns fehlte die hundertprozentige Überzeugung, dass wir die Führung heimbringen.»
Die neunte Saison im Dress des FC Mümliswil
Florian Arnold begann beim FC Oensingen mit Fussball und lief während seiner Zeit als Junior für den FC Olten, den FC Solothurn und Thal United auf. 2016 wechselte er zum FC Mümliswil. In seiner ersten Saison bei den Aktiven kam er – meist als Joker – auf 14 Einsätze. Am 20. Mai 2017 erzielte er beim 7:0-Kantersieg gegen den FC Zuchwil sein erstes Tor in der 2. Liga. In seiner zweiten Saison traf er, mittlerweile als Stammspieler, sechs Mal und war zusammen mit Dominik Ackermann und Simon Büttler Co-Topskorer des Teams.

Florian Arnold spielte als Junior für Oensingen, Olten, Solothurn und Thal United. Seit 2016 trägt er das Trikot des FC Mümliswil.
Bild: Carole Lauener
In der folgenden Saison bestätigte er diese Leistung und war mit sechs Treffern wiederum Mümliswils bester Torschütze. Weniger gut lief es ihm in den beiden Corona-Halbsaisons 2019/20 und 2020/21, in denen er aufgrund verschiedener Verletzungen viele Spiele verpasste. Mal war es ein Handgelenkbruch, mal eine Zerrung, die ihn zurückwarf. 2022/23 lieferte er dann wieder die obligaten sechs Saisontore – den Abstieg konnte er damit allerdings auch nicht verhindern.
Die vergangene Spielzeit, in der die Mümliswiler den direkten Wiederaufstieg realisierten, bezeichnet der Oberstufen-Lehrer als eine seiner besten. Arnold stellte unter Beweis, wie wichtig er für das Team mittlerweile ist. In der ersten Runde der Aufstiegsspiele erzielte er beim 1:1 gegen den FC Welschenrohr eines seiner wertvollsten Tore im Dress des FC Mümliswil. Am Ende reichte ein zweites Unentschieden gegen Klus/Balsthal für die Rückkehr in die 2. Liga. «Das war eine sehr schöne Saison – für den ganzen Klub und auch für mich persönlich.»
Zentrum-Spieler mit viel Offensivdrang
Mit seinen Auftritten in der Vorrunde ist er zufrieden, nicht aber mit seiner Torausbeute: «Ich hätte gerne noch einen oder zwei mehr gemacht – auch wenn ich ein Zentrum-Spieler bin.» Je nach System und Personal lief Arnold als Achter, Sechser oder als Zehner auf. «Ich würde auch gerne wieder einmal ganz vorne spielen», sagt er. «Aber Hauptsache, ich bin irgendwo in der Mitte – ich brauche Platz, auf der Aussenbahn schränken mich die Linien ein.»
Arnolds Ziel für die Rückrunde lautet, so rasch wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben: «Dafür müssen wir unsere Leistung konstant über neunzig Minuten bringen und dürfen uns keine Phasen mehr erlauben, in denen wir abtauchen.» Mit Silas Obrecht und Luka Kalauz stiessen in der Winterpause zwei junge Spieler neu zum Team. Zudem kehrten die langzeitverletzten Mario Simic und Elia Bader zurück. Dadurch sei das Team nun breiter aufgestellt und müsse nicht wieder auf Senioren oder Spieler der zweiten Mannschaft zurückgreifen.
Im ersten Spiel gegen den FC Riedholz werden mit Janik Disler und Silvan Nussbaumer zwei Verteidiger wegen Gelb-Sperren fehlen. Kein Grund zur Sorge für Arnold. «Wir sind bereit für die Rückrunde», sagt er. Die ersten drei Spiele gegen Riedholz, Fulenbach und Gerlafingen werden wegweisend sein für den weiteren Verlauf der Saison, ist ihm bewusst: «Das sind drei direkte Konkurrenten, gegen die wir das Punktemaximum holen wollen. Wichtig wird sein, dass wir in der Rückrunde nicht wieder so viele Punkte verschenken und auch mal einen dreckigen Sieg einfahren.»
Oltner Tagblatt; Raphael Wermelinger













