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    FC Mümliswil

    Bruno Kaufmann mit Mümliswil vor dem letzten Spiel als Trainer

    | Nedic Goran | keine kategorie

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     Am kommenden Sonntag endet in Mümliswil mit dem Heimspiel gegen den SC Blustavia auf dem Sportplatz Brühl nicht nur die seit 2013 bestehende Zusammenarbeit, sondern vorläufig auch die Trainerlaufbahn von Bruno Kaufmann (62).

     

    Gegen Tabellennachbar Blustavia braucht Mümliswil sicher noch einen Punkt für den Klassenerhalt und den will Kaufmann unbedingt holen.

    Für den in Bubendorf wohnhaften Kaufmann war es keine einfache Saison. Da der Sportplatz renoviert wurde, konnte lange nur auswärts gespielt werden. Dafür fanden nun sämtliche Rückrundenspiele in Mümliswil statt. Was jetzt als durchaus angenehm empfunden wird, zeigte sich zuvor als schwierig. Der Saisonstart gelang mit Siegen gegen Härkingen und Deitingen zwar ideal und schon begann man zu träumen. Dann folgten jedoch fünf Niederlagen in Folge und man kam auf dem Boden der Realität an. In der Vorrunde holte Mümliswil in seinen Auswärtspartien lediglich neun Punkte. So musste Kaufmann den Abstiegskampf vorbereiten. «Wir wussten um die Schwierigkeit des Ungewöhnlichen und auch, dass wir bei nur noch Heimspielen die Chance haben, uns zu retten. Dennoch ist eine solche Situation alles andere als einfach.» Erschwerend für Kaufmann und sein Team kam dazu, dass man am 1. April erstmals auf eigenem Platz die Partie gegen Härkingen gleich verlor. So lastete der Druck für die kommenden Aufgaben umso stärker. Zudem beklagte das Team fünf Ausfälle nach schwereren Verletzungen.

    Bruno Kaufmann spielte früher mit Nordstern, Luzern und GC in der NLA. Wieder bei Nordstern und einem Abstieg in die NLB musste er aus gesundheitlichen Gründen etwas kürzertreten und begann mit erst 28 Jahren bereits die Laufbahn des Trainers. Beim damaligen 1. Ligisten Breitenbach begann Kaufmann als Spielertrainer. Die Krönung der Zusammenarbeit war der zweite Gruppenplatz und die zwei Aufstiegsspiele in die NLB gegen Schaffhausen, wobei man das Heimspiel gar gewinnen konnte. Danach war er Trainer bei Nordstern, Balsthal, Pratteln, Bubendorf, Binningen und den Black Stars. Die erfolgreichste Zeit verbrachte Kaufmann bei den Old Boys, wo er sich in der NLB mit dem FC Basel um die Vorherrschaft in der Stadt duellierte. Vor dem Wechsel nach Mümliswil trainierte Kaufmann das Nachwuchsteam von Sissach.

    Der Wechsel auf die andere Seite des Passwanges kam zwar für viele überraschend, nicht so für ihn selbst. «Ich war ja schon mal in Balsthal, zudem bin ich beruflich viel unterwegs und wollte aus verkehrstechnischen Gründen keinen Trainerjob im Raum Basel annehmen.» In Mümliswil hat Kaufmann praktisch nur Spieler aus Mümliswil und der nächsten Umgebung. Gleich 15 kaderspieler stammen aus dem kleinen Dorf am Fusse des Passwanges. Einzig Goalie Fabio Gradwohl ist ein «Fremder», kommt er doch aus Hägendorf. Das sei einerseits toll, auf der anderen Seite sei es aber auch nicht einfach, neue auswärtige Spieler nach Mümliswil zu holen. Dennoch blickt Kaufmann auf eine positive Zeit zurück. «Mir gefällt es, in einem Verein, wo das Vereinsleben noch hochgehalten wird, zu arbeiten. Mümliswil ist ein Dorfverein mit einem tollen Zusammenhalt. Etwas, das ich lange vermisste und eigentlich nur in Balsthal und Breitenbach so fand.» Ein Zufall, dass es alles Vereine aus dem Kanton Solothurn sind? Für Kaufmann sei es jetzt wichtig, dass man mit dem Klassenerhalt die Arbeit erfolgreich abschliessen könne.

    Dass er bis zuletzt in einen Abstiegskampf verwickelt ist, bringt ihn nicht aus der Ruhe. «Ich kenne das ja schon aus Breitenbach und Balsthal.» In Breitenbach sprang er später ein, als das Team vor dem Abstieg stand und rettete es. Er sei ein Trainer, der mit dem arbeitet, was zur Verfügung steht. «Man soll nicht jammern, wenns nicht läuft und die Schuld bei fehlenden Verstärkungen suchen. Die Aufgabe des Trainers ist es, die jungen Spieler und das Team vorwärts zu bringen. Das ist auch ein Grund, dass ich nicht früher weg bin aus Mümliswil. Es ist ein tolles Team.»

    Am letzten Freitag wollte man den Sack zumachen. Gegen Leader Biberist spielte Mümliswil gut, verlor aber dennoch 1:2 und machte so ungewollt den Gegner zum Aufsteiger. Was danach komme, lässt Kaufmann offen. «Ich hatte und habe immer wieder Anfragen von Vereinen, aber im Moment lasse ich es mal ruhiger angehen. Meine Batterie ist leer, ich brauche Zeit für mich, muss mich erholen. Ich habe es schon im Kopf, dass ich wieder auf Stufe 2. Liga Regional etwas machen möchte, aber lassen wir die Zeit etwas arbeiten.» Kaufmann sagt von sich, dass er ein Trainer der alten Schule sei. Für ihn sind Ordnung und Disziplin sehr wichtig. Er fügt aber an, «ich habe die moderne Schulung miteinbezogen und bei mir wird 90% mit Ball gearbeitet. Ich finde den technisch, taktischen Bereich sehr wichtig und da habe ich mich um 180 Grad geändert. Das ist sicher mit ein Grund, dass ich immer so viele junge Spieler im Team hatte und die auch weiter bringen konnte.»

    Beitrag vom  https://www.facebook.com/regioSPORTalplus/posts/1930943123788194

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