FC Muemliswil

 

 

FC Muemliswil

 

Raiffeisenbank Duennerntal Guldental  ochsen mit auschnit Ackermann Transporte AG   Guldentalerbier

001.2.Platzeinweihung.01.04.2017

1. Mannschaft: Trainingsweekend im Tessin

Von Donnerstagabend bis Sonntagmittag weilte s’Eis in Locarno, um im sonnigen Süden an der Form für die Rückrunde zu feilen. Eine Geschichte über intensive Trainings, Black-Jack-Strategien, Testspieltore gegen urige Walliser und kühle Bierchen am Ufer des Lago Maggiore.

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Teil I – Der Stern des Südens

Am Donnerstagabend beginnen 20 FCM’ler die Reise in den Süden. Ausgerüstet mit etwas Speis und Trank treten sie in ihren Boliden (und Björns «Lovecar») die Fahrt hoch zum Gotthardmassiv an. Mit 80 Kilometern pro Stunde geht’s durch das Herz der Schweiz hindurch nach Airolo, wo die Besucher aus dem Norden leicht irritiert eine weiss gezuckerte Landschaft bemerken. Schnee hier im Tessin, wo wir ja extra wegen des grünen Rasens hinstreben?

Das Fussballherz schlägt wieder ruhiger, als der Schnee bei der Abfahrt nach Bellinzona mehr und mehr dem jahreszeitlich typischen Braunton Platz macht. Beschwingt nehmen die 16 Spieler und vier Betreuer die restlichen Kilometer unter die Räder. Nach nur gerade 2,5 Stunden erreicht der Tross sein Ziel: Locarno, die Funkelnde, die Strahlende. Endlich da, im Stern des Südens!

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Teil II – Die Kunst des Toreschiessens

Nach einer mehr oder weniger erholsamen ersten Nacht steht die versammelte Mannschaft pünktlich um 8:55 Uhr vor den Toren des Trainingsgeländes. Dessen Tore indes, mächtige Hüter des kostbaren grünen Paradieses, sind verschlossen. Erst die List und Tollkühnheit eines fuchsigen Mitspielers lassen die Pforten aufschwingen – die Geburtsstunde eines Helden!?

Just in diesem Augenblick taucht auch der Gemeindearbeiter auf, dessen Verständnis von Schweizer Pünktlichkeit offensichtlich nicht mit dem unsrigen korreliert. Der gute Mann tut immerhin sein Bestes, uns am wunderbar gepflegten Hauptplatz vorbeizulotsen, um uns eifrig gestikulierend den Nebenplatz schmackhaft zu machen. Die Regenfälle am Vortag, soviel verstehen wir, hätten den Hauptplatz unter Wasser gesetzt. Der Nebenplatz aber sei tiptop bespielbar, eine wahre Perle unter den Fussballplätzen des Tessins.

Nach einem ersten Augenschein sind sich die Mümliswiler einig, dass ein Vergleich mit unserer heissgeliebten Alp passender wäre, ist doch das vermeintlich satte Grün in bestechender Regelmässigkeit mit Braun durchsetzt. Doch was kann schon ein holpriger Platz den 16 Edeltechnikern und Filigranfussballern des FCM anhaben?

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Nichts, natürlich, und so üben die Weitgereisten eifrig das Toreschiessen, diese höchste Kunstform des Fussballs, die im Guldental traditionell wenig erfolgreich betrieben wird. Immerhin, die Torhüter kommen sowohl im Morgen- als auch im Nachmittagstraining ordentlich ins Schwitzen, weil immer wieder Abschlüsse im Filet sitzen. Insgesamt ein erfolgreicher erster Trainingstag, auch wenn der eine oder andere Ball den obligaten (Wehrli-)Weg über den Ballfang findet.

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Teil III – Der Geist der Fussballer

Nach der hausgemachten Lasagne am Donnerstagabend und den Penne alla cinque pi am Freitagmittag überzeugt auch das Abendmenü, das uns im Hotel Elvetico auf den Tisch gezaubert wird. Piccata mit Risotto – ein Schmaus für Augen und Gaumen! Bei der Hotelwahl, da sind sich die Gäste einig, sind wir eindeutig viel besser gefahren als bei der Platzwahl…

Nach dem leckeren «Mahlen» (O-Ton Kopftorschütze vom Dienst) steht der Geist im Zentrum, nachdem tagsüber eifrig der Körper eingesetzt wurde. In fünf Gruppen rätseln die Mümliswiler Fussballfreunde über Filmcover, Serien-Titelmusik, historische Chronologien und (vermeintlich) bekannte Gesichter. Das Pubquiz, wie diese Rätselform genannt wird, findet in der Gruppe George, Jérome, Nicola und Reto einen hochverdienten Sieger: Die vier Schlaumeier erreichen 107 von 118 möglichen Punkten – stark!

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Teil IV – Das Haus des Geldes

Was tun, wenn der Vanilla Club, die berühmt-berüchtigte Disco unweit von Locarno, erst in einer Woche wieder geöffnet hat? Wohin des Weges im Ausgang? Die legendäre Piazza Grande im Zentrum von Locarno vermag aufgrund ihrer Menschenleere nicht zu überzeugen. Irgendwo muss doch etwas laufen an einem Freitagabend?

Die Rettung für die verzweifelten Fussballer ist das Casino Locarno. Dort rollt der Rubel, Jung und Alt versuchen ihr Glück bei Black Jack, Roulette und am einarmigen Banditen. Den Mümliswilern ist unterschiedlich viel Erfolg beschieden bei ihrem Versuch, ihr Konto aufzubessern. In Sachen Strategie und Taktik schwingt auf jeden Fall Nesthäkchen Bjorns obenaus, der für jede Situation eine theoretische Lösung parat hat – doch die Macht des Spiels ist in der Praxis dann doch stärker als die Vernunft. Am Ende wird weder viel gewonnen noch verloren, aber Spass gemacht hat der Besuch im Haus des Geldes allemal!

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Teil V – Der Sieg der Üsserschwizer

Am Samstag wird bei der morgendlichen Einheit am Spielaufbau gefeilt. Der Fuchs vom Vortag erweist sich dabei als eiskalter Vollstrecker und wird für das nachmittägliche Testspiel vom begeisterten Trainer flugs als Stürmer nominiert. Doch dem erfolgreichen Toreschiessen steht erstmal das Ringen um den Austragungsort des Spiels gegen den FC Naters II (2. Liga) im Weg. Der Hauptplatz in Losone präsentiert sich in tollem Zustand, doch der herbeieilende Sportchef von Losone Sportiva in den schicken roten Schuhen schickt die Gästefussballer auf den Nebenplatz. Dieser sieht noch um ein Vielfaches schlimmer aus als der Nebenplatz in Ascona, wo wir trainiert hatten. Alles Lamentieren nützt nichts, es muss auf dem «hüere Acker» (O-Ton Trainer von Naters) gespielt werden.

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Als dann endlich auch der Schiedsrichter auftaucht, beginnen die Mümliswiler trotz des Ärgers über das hyperholprige Geläuf ausgezeichnet. Bei einem Freistoss von Captain Dodi in der 6. Minute steigt Büttler hoch in die Luft und köpft in bekannter Manier ins Netz – 1:0.

Keine zwei Minuten später trifft der Captain nach herrlicher Vorarbeit von Röbu Disler selbst. Doch die Walliser bleiben dran und erzielen wiederum nur drei Minuten später den Anschlusstreffer. Kippt die Partie nun? Nein, im Gegenteil: Die Guldentaler verschaffen sich nach und nach eine klare Überlegenheit und erspielen sich immer wieder ausgezeichnete Torchancen. Diese werden aber ebenso stetig ausgelassen, insbesondere der eiskalte Vollstrecker vom Morgentraining scheint sein Pulver verschossen zu haben. Es geht mit einem knappen 2:1 in die Pause.

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Nach dem Seitenwechsel drückt der FCM aufs Gas und erhöht in der 52. und 58. Minute auf 4:1. Zuerst legt Wyser für Doppelpacker Büttler auf, dann trifft er nach einem Steilpass von Res Ackermann. Ebendieser Res erhöht nach 82 Spielminuten mit einem verwandelten Elfer auf 5:1, die Gegenwehr von Naters hat zu diesem Zeitpunkt bereits massiv nachgelassen. Pippo Wehrli ist drei Minuten später für das 6:1 besorgt, die Vorlage kommt vom feldspielenden Goalie Gradwohl. Quasi mit dem Schlusspfiff nützen die Walliser eine Unaufmerksamkeit in der FCM-Defensive und überwinden Goalie «Black Jack» Fluri zum 6:2. Dabei bleibts dann auch.

Mümliswil gewinnt das Testduell völlig verdient und muss sich eigentlich nur die schlechte Chancenverwertung (ein Stängeli wäre zwingend gewesen) und die unnötigen Gegentore vorwerfen lassen. Gegen einen personell limitierten Gegner zeigen die Guldentaler schöne Kombinationen und Tore, die hoffentlich auch in Zukunft zu bewundern sind und zu Punkten in der Meisterschaft führen.

Teil VI – Das Ufer des Lago Maggiore

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Nach dem heroischen Testspielsieg dislozieren wir an die Strandpromenade (aka Strandpomade) von Ascona. Bei einem von Coach George umsichtig gekühlten Bierchen geniessen wir die wärmenden Sonnenstrahlen am Ufer des Lago Maggiore. Einige besonders Wagemutige wagen den Sprung in das 7 Grad kalte Wasser und zeigen den zahlreichen Spaziergängerinnen ihre muskelgestählten Körper in Unterwäsche. Die Strandpromenade als Laufsteg quasi.

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Als sich die Sonne hinter die Berge zurückzieht, geht’s zurück ins Hotel zum Duschen. Danach verzehren wir eine leckere Pizza und landen später in einer Sports-Bar in Locarno. Dort läuft aber kein Sport auf dem riesigen Bildschirm, sondern trashige Cartoons wie «Popeye vs. Sindbad». Der Zusammenhang zum Sport erschliesst sich uns nicht, aber immerhin ist die Lounge bequem und die Musik herausragend sehr angenehm einigermassen erträglich. Als weitere Etappe steht wieder das nahegelegene Casino auf dem Programm, wo erneut dem monetären Glück nachgejagt wird. Im Verlauf der Nacht kehren auch die aktivsten Nachtschwärmer und Casino-Gänger ins Hotel zurück.

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Am Sonntagmorgen ist das freiwillige Frühstück erstaunlich gut besucht. Bereits um 10:30 Uhr sind alle reisefertig und verabschieden sich von Elisabeth, der fürsorglichen und äusserst kommunikativen Wirtin des Hotels Elvetico. Die Rückfahrt verläuft ebenso störungs- und staufrei wie die Hinreise, um 13:30 Uhr kommen wir in der Heimat an. Es regnet und windet – doch mit der Tessiner Sonne im Herzen macht uns das nichts aus 😉

Teil VII – Das Wort des Dankes

Die drei Tage im Tessin waren sowohl sportlich als auch für das Miteinander wertvoll und wichtig. Einziger Wehrmutstropfen blieben die holprigen Plätze, ansonsten war vom Essen über das Hotel bis hin zum Wetter alles top. Wir danken allen, die das Trainingsweekend ermöglicht und unterstützt haben, insbesondere dem Vorstand und den Supportern des FC Mümliswil für den grosszügig finanziellen Zustupf. Ein herzliches Merci auch der Garage Lisser aus Ramiswil, die uns das Materialbussli zur Verfügung gestellt hat!

Remo Bürgi

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