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    FC Mümliswil

    Senioren: Herber Dämpfer zum Saisonauftakt

    | Kevin Widmer | Berichte Senioren

    Die Senioren starteten am 25.08.2026 endlich in die neue Saison, nachdem das erste Meisterschaftsspiel verschoben worden war. In der ersten Runde des Solothurner Cups wartete mit dem FC Olten gleich ein happiger Gegner. Es wurde ein schwieriges Auswärtsspiel erwartet, denn die Oltner sind mit zahlreichen guten Spielern bestückt und mit 2 Siegen in die Saison gestartet. Erschwerend hinzu kam die, gelinde gesagt, ausbaufähige Saisonvorbereitung der Mümliswiler. Man kann ungefähr sechs Spieler aufzählen, welche die Trainings regelmässig besuchten. Die maximale Anzahl in einem Training betrug 8 Spieler. Der Schreiberling durfte das Spielgeschehen heute von aussen betrachten. Aufgrund einer Gelbsperre musste er draussen Platz nehmen und konnte seine Mitspieler während 90 Minuten in aller Ruhe beobachten. Wobei «in aller Ruhe» im Nachhinein wohl die grösste Lüge dieses Matchberichts ist. Eines sei nämlich vorweggenommen: Die Nerven wurden an diesem Abend derart strapaziert, dass der Kopf auch Stunden nach dem Schlusspfiff noch immer im Cup-Modus war. Als der Schreiberling irgendwann im Bett lag, begann gegen 02:00 Uhr morgens sogar das Kissen, mit ihm über die vergebenen Torchancen zu diskutieren. An Schlaf war jedenfalls nicht zu denken, vermutlich hätte selbst Schäfchenzählen nichts gebracht, denn die wären an diesem Abend wohl ebenfalls am Tor vorbeigesprungen, das Glück war heute nicht auf Mümliswilers Seite. 

    Der FCM startete engagiert und kam bereits nach fünf Minuten zur ersten Riesenchance. A. Kamber stieg nach einer Hereingabe hoch, setzte seinen Kopfball jedoch etwas zu zentral auf den Torhüter. Das Spiel der Mümliswiler war offensiv sehr gefällig und man konnte immer wieder für Unruhe sorgen. Früh zeigte sich aber auch Olten erstmals gefährlich. Nach einem schnellen Konter tauchte der Gastgeber vor I. Teutschmann auf, doch dieser war hellwach und verhinderte mit einer starken Parade den frühen Rückstand. So gefällig die Mümliswiler offensiv starteten, so sehr überkam einen mit zunehmender Spieldauer das Gefühl, dass man heute defensiv sehr anfällig wirkte. Ein Zustand, welcher bereits in der letzten Rückrunde aufkam, nachdem man zuvor über Monate defensiv nur selten etwas zuliess. In der 10. Minute lag der Ball dann auch erstmals im Mümliswiler Tor. Der Treffer wurde jedoch aufgrund einer Abseitsstellung aberkannt. Nach einer Viertelstunde spielte S. Büttler einen herrlichen Pass auf L. Probst, der plötzlich alleine vor dem gegnerischen Tor auftauchte. In der Mitte wären gleich zwei Mitspieler mutterseelenallein gestanden, doch L. Probst übersah diese wohl und entschied sich für den eigenen, erfolglosen Abschluss. Trotzdem war L. Probst in dieser Phase kaum zu bremsen. Mit seiner aufsässigen Spielweise sorgte er immer wieder für Gefahr und beschäftigte die Oltner Defensive ordentlich. Kurz vor der Pause überschlugen sich die Ereignisse. In der 38. Minute brachte Robin Disler eine starke flache Hereingabe in den Strafraum. L. Probst kam zum Abschluss, setzte den Ball aber hauchdünn am Tor vorbei. Praktisch im Gegenzug musste I. Teutschmann erneut sein ganzes Können zeigen und rettete mit einer weiteren Topparade. In der 40. Minute war dann aber auch I. Teutschmann machtlos. Ein Oltner Spieler stand plötzlich ganz alleine vor dem Tor und schob zum 1:0 ein. Ein bitterer Rückstand, denn Chancen auf eigene Tore wären genügend vorhanden gewesen.

    Nach dem Seitenwechsel ging es turbulent weiter. In der 50. Minute herrschte ein regelrechtes Tohuwabohu vor dem Mümliswiler Tor. Am Ende entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter für Olten. Der Gastgeber nutzte die Gelegenheit und erhöhte auf 2:0. Der FCM gab sich aber keineswegs geschlagen. In der 55. Minute brachte L. Probst den Ball gefährlich zur Mitte, wo S. Büttler zum Abschluss kam. Sein Versuch strich jedoch knapp am Tor vorbei. Fünf Minuten später war es endlich so weit: Nach einem Eckball landete ein Kopfball zunächst am Pfosten. P. Wehrli reagierte am schnellsten und staubte zum 2:1 ab. Die Mümliswiler waren wieder voll im Spiel. Und nur zwei Minuten später hätte eigentlich der Ausgleich fallen müssen. Gleich drei Mümliswiler liefen praktisch alleine auf das Oltner Tor zu, doch irgendwie schaffte man es, diese Riesenchance liegenzulassen. Solche Möglichkeiten rächen sich bekanntlich gerne. Olten konterte praktisch im Gegenzug und stellte auf 3:1. Doch auch dieser Rückschlag brachte die Jungs von Marius Ackermann nicht aus dem Konzept. In der 70. Minute folgte einer der schönsten Angriffe des Spiels: Ein herrlicher Ball erreichte Robion Disler, dieser legte uneigennützig auf D. Ackermann ab, der zum 3:2 verwandelte. Wieder war alles offen. Diese uneigennützigen Aktionen wie von Robin Disler hätte es heute viel mehr gebraucht, so oft wurde der besser positionierte Spieler in der Mitte nicht angespielt, als würde man seinem Mitspieler das Tor nicht gönnen. Das Spiel wirkte in der zweiten Halbzeit zunehmend hektisch. Von aussen war praktisch die ganze Halbzeit gut zu erkennen, wie man sich selbst aus dem Spiel nehmen kann, wenn man sich zu sehr auf Nebenschauplätze konzentriert. Fast mehr als das eigene Spiel schien die Mümliswiler zeitweise die Leistung des Schiedsrichters zu interessieren, dazu kamen die immer wieder hektischen Rufe nach einem neuen Ball, wenn sich dieser mal wieder irgendwo auf dem riesigen Gelände des FC Olten verabschiedet hatte, was aber zugegeben wirklich sehr mühsam war. Am Schluss war dann die Luft draussen. I. Teutschmann vertändelte einen Ball, konnte jedoch mit einem schnellen Reflex die Vorentscheidung noch verhindern. Die Mümliswiler kamen in der Schlussphase doch noch zu ein bis zwei guten Möglichkeiten, ehe Olten kurz vor dem Abpfiff mit dem 4:2 alles klarmachte.

    Am Ende steht eine 4:2-Niederlage, die aus Mümliswiler Sicht durchaus vermeidbar gewesen wäre. Der FCM erspielte sich zahlreiche hochkarätige Möglichkeiten, deren Auslassen sich am Ende allesamt rächte. Gleichzeitig war aber auch klar ersichtlich, dass die Defensivleistung gegen einen guten Gegner, wie es der FC Olten heute ohne Zweifel war, schlicht nicht ausreicht. Ohne I. Teutschmann hätte es heute gut und gerne mindestens sechsmal klingeln können. Was die Sache umso ärgerlicher macht: Mindestens diese sechs Treffer hätten die Mümliswiler heute auf der anderen Seite ebenfalls auf dem Fuss gehabt, eigentlich sogar noch mehr. Der FCM zeigte eine engagierte Leistung, kämpfte sich nach Rückschlägen immer wieder zurück und ackerte bis zum Schluss, um sich doch noch irgendwie ins Penaltyschiessen zu retten. Leider hat sich mit der Niederlage das eigentlich einzige klar ausgesprochene Saisonziel bereits früh in Luft aufgelöst. Nun gilt es, sich an einem neuen Ziel festzuklammern und hoffentlich irgendwie auch die Trainingspräsenz etwas zu steigern... Vielleicht würde sich so auch wiedermal ein Torschusstraining ergeben, was sicherlich nicht schaden würde. 

    Der sonst übliche Dank an die zahlreich mitgereisten Zuschauer fällt heute etwas überschaubarer aus. Die komplette Mümliswiler Fankurve bestand heute nämlich nur aus Andy Büttler, dem gelbgesperrten Schreiberling und seinem vierbeinigen Maskottchen Casper. Letzterer gab am Spielfeldrand zwar alles und verfolgte das Geschehen mit grosser Aufmerksamkeit, doch als Glücksbringer hat auch er noch deutliches Steigerungspotenzial. Für das nächste Spiel wird deshalb ernsthaft überlegt, ob Casper vor dem Anpfiff noch ein vierblättriges Kleeblatt umgehängt bekommt. Weiter geht es am 02.09.2026 um 20:00 Uhr in Mümliswil gegen Wolfwil. Dann bietet sich die nächste Gelegenheit, den ersten Ärger abzuschütteln und die Saison in die richtige Richtung zu lenken.

     

    Man of the Match

    S. Büttler war heute einmal mehr ominpräsent und ein riesen Vorbild. Was er das ganze Spiel über ackert, davon kann sich jeder eine Scheibe abschneiden. 

     

    Die goldene Pflaume des Spiels

    Eine neue Rubrik hält ab sofort Einzug in die Matchberichte der Senioren: Die goldene Pflaume des Spiels! Sie soll zusätzlich motivieren, Eigentore, unnötigen Eigensinn und sonstige fussballerische Geistesblitze möglichst zu vermeiden. 😉

    Die Premiere geht allerdings an keinen Spieler, sondern an Matchball Nr. 2 und Nr. 3 des FC Olten. Dass ein Stadtclub keine drei matchtauglichen Bälle zusammenkriegt, ist schon sehr preisverdächtig und genau deshalb haben die beiden sich den Preis heute mehr als verdient. 

     

    Das gab zu reden 1

    Dass man heute 3 Spieler auf der Bank hatte, war den beiden Aushilfen D. Kohler und L. Probst zu verdanken. Vielen Dank für euren unermüdlichen und vorbildlichen Einsatz! 

     

     

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