
Der FC Mümliswil muss wieder mehr laufen und kämpfen
Nach Rücktrittswelle und Trainerwechsel: Der FC Mümliswil muss wieder mehr laufen und kämpfen
Nach etwas mehr als zwei Jahren kam es bei den Guldentalern zum Trainerwechsel. Der 33-jährige «Ur-Mümliswiler» Gabriel Meister hat das Zepter von Xhevxhet Dullaj übernommen.
29.07.2025; Raphael Wermelinger
«Mit Freude und Stolz dürfen wir bekannt geben, dass mit Gabriel Meister der neue Trainer der ersten Mannschaft gefunden wurde», informierte der FC Mümliswil Ende April auf seiner Website. Weiter ist in der Mitteilung zu lesen:
«Der Kronfavorit des Vorstands und der Sportkommission setzte seine Unterschrift unter den Vertrag.»

Vor knapp vier Wochen hat Gabriel Meister mit seiner Mannschaft die Vorbereitung für die neue Saison aufgenommen. Bild: José R. Martinez
Meister sei ein Ur-Mümliswiler, der den Fussball beim FCM aus dem Lehrbuch kenne. Als Juniorentrainer bei Thal United und als Trainer der zweiten Mannschaft habe er bewiesen, dass er gut mit jungen Talenten umgehen und arbeiten könne.
Der 33-Jährige übernimmt den Trainerposten beim Mümliswiler Fanionteam von Xhevxhet Dullaj, der aus beruflichen Gründen zurücktrat. Dullaj hatte das Team in der Schlussphase der Saison 2022/23 als Feuerwehrmann übernommen. Trotz dreier Siege aus den letzten drei Spielen konnte er den Abstieg aus der 2. Liga nicht verhindern. Im Jahr darauf führte er den FC Mümliswil zum direkten Wiederaufstieg und in der vergangenen Saison realisierte er mit den Guldentalern als Tabellenzehnter den Ligaerhalt.
Während der Reha auf den Geschmack gekommen
Gabriel Meister wohnt seit seiner Geburt in Mümliswil – er habe es bis jetzt nicht von dort hinten raus geschafft, sagt er lachend. Seit vier Jahren arbeitet er als Anwendungstechniker bei der Dynasol GmbH in Balsthal. Bereits als knapp Fünfjähriger begann er mit Fussball. Mit 17 schaffte der Aussenverteidiger den Sprung in die erste Mannschaft, die damals in der 3. Liga spielte, mit 19 zog er sich einen Kreuzbandriss zu.
Während der Reha begann er, Junioren zu trainieren. «Das hat mir von Anfang an so gut gefallen, dass ich voll auf diese Schiene gesetzt habe», blickt er zurück. Elf Jahre lang war er Nachwuchstrainer beim FC Mümliswil und bei der Gruppierung Thal United – von den E- bis zu den B-Junioren hat er alle Altersstufen trainiert.

Beim lockeren Aufwärmen macht auch Trainer Gabriel Meister mit. Bild: José R. Martinez
In den vergangenen drei Saisons war Meister für die zweite Mannschaft in der 4. Liga verantwortlich. «Bei den Junioren brauchst du etwas mehr Fingerspitzengefühl – sie sind sensibler», vergleicht er. «Grundsätzlich arbeite ich sehr gerne mit jungen Spielern, die etwas erreichen wollen und die man noch weiterbringen kann.»
Dass ihm der Klub den Posten des Cheftrainers der ersten Mannschaft anvertraut, erfüllt ihn mit Stolz. Er habe sich sehr gefreut, dass die Verantwortlichen mit einem eigenen arbeiten wollten und nicht auf eine externe Lösung setzen. Die erste Trainingseinheit am 3. Juli sei für ihn ein besonderer Moment gewesen: «Nervös war ich nicht, ich kannte ja alle Spieler schon. Ich verspürte in erster Linie eine grosse Vorfreude auf diese neue Herausforderung.»
Beim FC Mümliswil kam es in der Sommerpause nicht nur zu einem Trainerwechsel, auch das Kader hat sich merklich verändert. Die Routiniers Dominik Ackermann, Simon Büttler, Adrian Kamber, Silvan Nussbaumer und Mario Simic traten zurück, Sascha Berger kehrt nach vier Jahren zu seinem Stammverein FC Klus/Balsthal zurück und auch Risto Petrovic hat den Klub verlassen. Nur noch knapp zehn Spieler des letztjährigen Kaders blieben übrig.

Nach elf Jahren im Nachwuchsbereich und drei Saisons bei der zweiten Mannschaft ist Gabriel Meister beim FC Mümliswil zum Cheftrainer aufgestiegen.
Bild: José R. Martinez
«Es ist ein ziemlicher Umbruch», sagt der Trainer. Kompensiert wurden die Abgänge mit Spielern der zweiten Mannschaft sowie den drei Zuzügen Rishaban Sivaranjan (vom SC Ittigen), Rishikeshan Sivaranjan (FC Klus/Balsthal) und Luca Garcia (FC Oensingen). «Wir haben ein breites Kader – das passt», so Meister, der zufrieden ist mit dem bisherigen Verlauf der Saisonvorbereitung: «Alle Spieler sind motiviert und hungrig, sie machen gut mit, einige müssen sich natürlich noch an das höhere Tempo gewöhnen. Wir brauchen sicher noch ein paar Trainings und Spiele, um uns zu finden.»
Kader FC Mümliswil
Trainer: Gabriel Meister
Co-Trainer: Rafael Disler
Betreuer: Marcel Ambühl
Torwarttrainer: Marcel Jeker
Stürmertrainer: Bozo Krizanovic
Tor: Björn Fluri (00), Fabian Minder (05), Flurin Schürch (01)
Abwehr: Mirco Allemann (04), Fabian Bader (99), Janik Disler (96), Matteo Fluri (02), Cédric Gisler (03), Tobias Glatzfelder (97), Claudio Hackel (07), Rishaban Sivaranjan (05)
Mittelfeld: Fabrice Ambühl (05), Florian Arnold (99), Elia Bader (98), Pascal Bader (00), Luca Garcia (06), Rishikeshan Sivaranjan (06), Christian Wehrli (03), Roger Wyser (96)
Angriff: Dominik Dubach (99), Marco Fluri (97), Luka Kalauz (05), Silas Obrecht (08).
Zuzüge: Rishaban Sivaranjan (SC Ittigen), Rishikeshan Sivaranjan (FC Klus-Balsthal), Garcia (FC Oensingen).
Abgänge: Simon Büttler, Mario Simic, Dominik Ackermann (alle Rücktritt), Silvan Nussbaumer (Pause), Adrian Kamber (Senioren), Sascha Berger und Risto Petrovic (FC Klus Balsthal).
In seiner ersten Saison peilt er den Ligaerhalt an
An Erfahrung fehle es der Mannschaft trotz der Abgänge nicht, ist Meister überzeugt: «Wir haben zwar ein junges Team und wir wollen den jungen Spielern auch die Chance geben, sich zu zeigen. Daneben haben wir aber auch einige Spieler, die mittlerweile doch schon viel Erfahrung gesammelt haben in der 2. Liga. Ich denke, es ist eine gute Mischung.»
Wird sich der Spielstil des FC Mümliswil aufgrund der Mutationen verändern? «Wir haben nicht mehr so viele herausragende Einzelspieler», antwortet Meister, «umso mehr müssen wir es mit einem starken Kollektiv machen – wir müssen wieder mehr laufen und kämpfen auf dem Platz und wir wollen uns natürlich auch im taktischen und spielerischen Bereich noch verbessern.»
In der vergangenen Saison feierten die Mümliswiler lediglich fünf Siege. Mit insgesamt 19 Punkten aus 22 Spielen landeten sie am Ende auf dem Platz direkt über dem Strich, der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz betrug zwei Punkte. «In der ersten Saison müssen wir den Ligaerhalt anpeilen», formuliert Gabriel Meister das Saisonziel. «Wenn wir das schaffen, können wir uns in der nächsten Saison Richtung Mittelfeld der Liga orientieren. Wir verfolgen einen Fünfjahresplan und wollen nicht jedes Jahr eine neue Mannschaft basteln.»
OT; Raphael Wermelinger













