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    FC Mümliswil

    3. Mannschaft: Reise in den unbekannten Westen

    | Remo Bürgi | Berichte 3. Mannschaft

    Scheltenpass web

    Die Anfahrt auf den Scheltenpass ist kurvig - und bietet einen fantastischen Ausblick.     (Bild: www.so.ch)  

    Wenn Mümliswiler Fussballer zu einem Auswärtsspiel aufbrechen, geht die Fahrt via St. Wolfgang in Richtung Süden. Im Winter vielleicht auch mal via Breitenhöhe dem Osten zu oder gar über den Passwang in den Norden, wenn ein Testspiel im Baselbiet ansteht. Aber in Richtung Westen? Über den mächtigen Scheltenpass (1051 M.ü.M.)? Da wagt sich der Guldentaler nur hinauf, wenn eine "Hingerhuus-Party" ansteht oder man das Goa-Festival besuchen will. Doch am Freitagabend geschah es: Eine mutige Gruppe Drü-Spieler nahm die Reise gen Westen in Angriff, um im unbekannten Dorf Courchapoix ennet dem Schelten ein Freundschaftsspiel zu bestreiten.

     «Wie lang fahrt me dört ane? Das goht sicher e Stung, oder?»

    Häufige Frage von zuerst kritisch eingestellten Spielern

    Nach einer dreissigminütigen Fahrt, die alle Mägen trotz der tausend Kurven gut überstanden, trafen die Guldentaler in Courchapoix ein. Umziehen und Teamsitzung fanden in der Schulhausgarderobe statt, anschliessend wollte man zu Fuss zum Platz marschieren. Der vom Trainer überzeugend angekündigte Weg liess sich aber trotz gründlicher Untersuchung der Schulhaus-Umgebung nicht finden. Schliesslich kam von den Einheimischen die Info, dass man eigentlich immer das Auto nehme für den Transfer zum Fussballplatz...

    Courcha1

    Nach einer kleinen Odyssee konnte man doch noch mit dem Einlaufen beginnen.    (Bild: rbm)

    Zwanzig Minuten vor Spielbeginn war dann auch der letzte Akteur auf dem Fussballplatz eingetroffen. Der Anblick des Terrains liess die verwöhnten Mümliswiler erstmal leer schlucken: Das Geläuf war ungemäht, holprig und knochentrocken. Immerhin war da wieder jedem klar, was wir an unserem wundervollen Brühl haben! Das Ambiente stimmte aber, denn im Verlauf der ersten Halbzeit kam vor dem Clubhaus eine stattliche Anzahl Zuschauer zusammen, um ihre erste Mannschaft zu unterstützen.

     «Hurra, das ganze Dorf ist da!»

    Freche Bemerkung des FCM-Trainers zum Zuschaueraufmarsch

    Courcha2

    Um 19:32 Uhr ging es dann los, wegen der fehlenden Beleuchtung musste die Partie vor der Dämmerung fertig gespielt sein. Die Mümliswiler begannen recht gut und gingen nach zehn Minuten in Führung, Tobi Ackermann traf mit einem satten Flachschuss aus 20 Metern präzise in die Torecke. Die Freude währte nicht lange, denn zehn Minuten später hatte der FCC die Partie mit einem Doppelschlag gedreht. Die Auswärtigen fingen sich wieder und schlugen zurück: Eschmann stand nach einem cleveren Zuspiel von Bader goldrichtig (und im Abseits) und traf aus fünf Metern souverän zum 2:2 (30'). Elf Minuten später hatte besagter Torschütze einen genialen Moment und lancierte mit einem sensationellen Steilpass Tobi Ackermann, der den Goalie austanzte und das Leder zum 2:3 in die Maschen setzte. Nach einer unterhaltsamen ersten Halbzeit führten die Solothurner nicht unverdient gegen die Jurassier.

    Courcha3

    Idyllisch gelegen, der Fussballplatz "En la Monte" in Courchapoix.    (Bild: rbm)

    In der Pause wechselte Mümliswil ordentlich durch: Die beiden Routiniers Mike Müller und Beat Ackermann, der das erste Mal in seiner Karriere den kürzesten Anfahrtsweg hatte, kamen ebenso ins Spiel wie Nicola Eggenschwiler und Onur Dügünyurdu, die ihr erstes Spiel bei den Aktiven bestritten. Zuerst spielten die Gäste weiter gut mit, doch nach dem Ausgleich in der 50. Minute und der Führung von Courchapoix in der 56. Minute liessen die Kräfte langsam nach. Die Platzherren waren nun das bessere Team und erhöhten mit einem zweiten Doppelschlag (68'/70') auf 6:3. Die jungen Guldentaler rissen sich nochmals zusammen und hielten wieder besser dagegen. Der FCM hatte sogar noch einige Torchancen, traf aber nicht mehr - es blieb beim 6:3.

     «Wenigstens hets dr Schiri nid verstange, wenn me gfluecht het»

    Trotz der Niederlage fand ein Spieler auch einen positiven Aspekt

    Obwohl man natürlich gerne gewonnen hätte, hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. Auch die Tatsache, dass die hübsche Dame im Clubhaus keine Kiste Bier, sondern nur einen Karton mit "bière blanche" zur Verfügung hatte, vermochte die gute Stimmung nicht zu trüben. Bei einem kühlen Weizenbier genossen die Mümliswiler den lauen Sommerabend (mit Ausnahme der unvermeidlich nervigen Junikäfer) und liessen das Spiel Revue passieren. Highlights der Analyse waren die peinlichen Fehler der Routiniers und Lissers Aktion gegen einen ungestümen Gegenspieler, den er innerhalb von acht Sekunden drei Mal tunnelte! :D

    Courcha6

    So sollte es immer sein: Ein kühles Bierchen an einem schönen Sommerabend.     (Bild: rbm)

    Als es langsam Nacht wurde, ging es zurück ins Schulhaus zur erfrischenden Dusche und anschliessend über den Scheltenpass zurück nach Mümliswil. Einen Sieg konnte man zwar nicht mit nach Hause nehmen, dafür aber die Erinnerung an einen speziellen Match im Westen. Einem Westen, der einem nun nicht mehr so unbekannt war wie noch einige Stunden zuvor.

    Remo Bürgi


    T E L E G R A M M

    FC Courchapoix I - FC Mümliswil III   6:3 (2:3)

    En la Monte, Courchapoix JU. 60 Zuschauer.

    Aufstellung

    Fankhauser; D. Ackermann (Dügünyurdu), Y. Büttler, Glatzfelder, Lisser; R. Disler, Wiestner; Wyser (Em. Bader), T. Ackermann (M. Müller), Dubach (N. Eggenschwiler); Eschmann (B.Ackermann).

    Tore

    10'   0:1  Tobi Ackermann (Flachschuss)

    19'   1:1

    21'   2:1

    30'   2:2   Noah Eschmann (Vorlage von Emanuel Bader)

    41'   2:3   Tobi Ackermann (Steilpass von Noah Eschmann)

    50'   3:3

    56'   4:3

    68'   5:3

    70'   6:3

    Bemerkungen

    FCM III ohne zahlreiche Kaderspieler (alle Ferien/verletzt). Besten Dank den Aushilfen für die kurzfristige Zusage und die engagierte Leistung! :)