
Im Zentrum, aber trotzdem stets im Hintergrund - Pietro Spagnolo Schiedsrichter FC Mümliswil
In einem Verein sind die Schiedsrichter nicht immer im Zentrum, aber trotzdem bekleiden diese Personen eine sehr wichtige Position in einem Fussballverein. Auf dem Spielfeld soll der Schiedsrichter nicht im Mittelunkt stehen, diskret die Regeln durchsetzen, aber eben trotzdem im Zentrum des Spielgeschehens sein.
Letzten Dienstag begleiteten die beiden Co-Präsidenten Jonas Kohler und Beat Ackermann den Vereinsschiedsrichter Pietro Spagnolo zu seinem Schiedsrichtereinsatz in Kestenholz. Bei windigen, aber milden Temperaturen, trafen die beiden zweiten Mannschaften des FC Kestenholz und des FC Lotzwil-Madiswil zu einem Vorbereitungsspiel aufeinander.
Pietro war in diesem Spiel der beiden 4. Liga Teams stets auf der Höhe. Er leitete die sehr faire Partie ruhig, überlegt und hatte stets einen guten Blick auf das Spielgeschehen. Vorteilssituationen liess er gut weiterlaufen und knifflige Aufgaben löste er mit Bravour. Das Spiel gestaltete sich ausgeglichen. Kestenholz konnte mit einem Doppelschlag zwischen der 36. und 37. Minute in Führung gehen. Lotzwil-Madiswil reagierte kurz vor der Pause mit drei Toren innerhalb von drei Minuten und drehte die Partie. Pietro war somit beim notieren der Doppel- und Dreifachschlägen gefordert .
In der zweiten Halbzeit konnte Kestenholz kurz vor Schluss noch den Ausgleich realisieren und Pietro zeigte berechtigterweise noch zwei gelbe Karten gegen die Gäste aus dem Bernbiet. Eine insgesamt faire und ruhige Partie pfiff Pietro pünktlich nach 90 Minuten ab und für ihn war es ein gelungener Abend nach einem langen Arbeistag, welcher für ihn bereits um 03:00 Uhr in der Früh begann.
Nach Spielschluss konte Jonas Pietro noch drei Fragen stellen:
Was hast du durch die Tätigkeit als Schiedsrichter gelernt, was dir auch ausserhalb des Platzes etwas bringt?
Ich lernte insbesondere Geduld und das generelle Verhalten auf und neben dem Platz. In hektischen oder unruhigen Situationen lernt man auch diplomatisch und sachlich zu bleiben. Dies steigert auch die mentale Belastbarkeit auf und neben dem Platz.
Was motiviert dich, trotz schwierigen Bedingungen oder geringer Anerkennung, die Tätigkeit als Schiedsrichter auszuüben?
Kritik gehört dazu, aber viele Spieler loben auch die Tätigkeit des Schiedsrichters. Man muss sich mit einem guten Verhalten und Toleranz auf dem Platz begegnen. Der Schiedsrichter sollte nicht gleich eine Karte zücken, sondern die Gegenseite auch verstehen und auch zu seinen Fehlentscheiden stehen.Kommunikation und Gleichberechtigung ist sehr wichtig auf dem Platz.
Was war dein Highlight deiner Schiedsrichterkarriere oder ein spezielles Spiel.
Ganz speziell war meine Teilnahme am „Europapokal der Hafenstädte“ 2009 in Basel. Dieses traditionelle Turnier findet jedes Jahr in einer anderen Hafenstadt statt. Teilnehmer sind unter anderem Teams aus Duisburg, Bergen, Kopenhagen, Göteborg, Antwerpen, Hamburg, Lübeck und natürlich Basel. Diese Einladung war für mich eine spezielle Ehre, weil ich als einziger 4. Liga-Schiedsrichter dabei sein konnte. Ich musste mich aber zwischen der Familie und der Karriere entscheiden. Ich habe mich anschliessend für die Familie entschieden. Die verpasste Chance schmerzt heute manchmal ein bisschen. Seit 1999 bin ich Schiedsrichter und übe diese Funktion sehr gerne aus. Ich leite lieber das Spiel, als ich Linienrichter bin. Ich habe lieber Action und bin hautnah dabei. :)
Besten Dank Pietro für das Interview und für deine langjährige Tätigkeit als Schiedsrichter.
Wir sind stolz Pietro bei uns im Verein als Schiedsrichter zu haben und wünschen ihm weiterhin viel Freude auf dem Spielfeld.
Interesse geweckt? Zögere nicht und setze dich mit uns in Verbindung.














