Pechvögel beim FCM: Interview mit Fabio Hasler
Der Fussball birgt neben vielen schönen Seiten auch das Verletzungsrisiko. In der vergangenen Vorrunde traf die Verletzungshexe leider auch vier Spieler unseres Vereins ziemlich schwer. Wir möchten Ihnen auch diese Schattenseite unseres Sports etwas näher bringen, indem wir mit unseren vier Pechvögeln ein Interview machten und ihre Antworten veröffentlichen. Lesen Sie nun das Gespräch mit Fabio Hasler.
Web-Team: Stelle Dich doch bitte kurz vor!
Ich heisse Fabio Hasler und wohne seit Winter 2007 in Mümliswil. Meine Mutter, meine beiden Schwestern Marina und Janine und ich sind aus Gamprin im Fürstentum Liechtenstein ins Guldental gezogen. Gamprin liegt an der Schweizer Grenze und hat etwa 1650 Einwohner. Ich besuchte von der 2. Klasse an die Primarschule Mümliswil und anschliessend drei Jahre die Oberstufe in Balsthal. Seit Sommer 2014 absolviere ich die Lehre als Logistiker bei der Post in Solothurn.
Web-Team: Wie war Dein fussballerischer Werdegang?
Ich habe kurz bei den E-Junioren des FC Ruggell trainiert und gespielt, bevor wir in die Schweiz zogen. Da der Liechtensteiner Fussballverband nur sieben Vereine zählt, spielen die Aktiven und die Junioren im Ostschweizer Fussballverband mit.
In Mümliswil habe ich mich ziemlich rasch der Juniorenabteilung angeschlossen. Bei den E-Junioren hatte ich Simon Büttler als Trainer, bei den D-Junioren war es Thomas Wyser, bei den C-Junioren Remo Bürgi. Danach wurde ich von Trainer Antonio Carusone ins B Thal United aufgenommen, musste aber schon im Herbst wegen Rückenproblemen für fast ein Jahr pausieren. Diesen Sommer durfte ich wieder mit Trainieren beginnen. Mein Trainer Martin Bürgi setzte mich in den Meisterschaftsspielen mit Mümliswil B als Innenverteidiger ein.
Web-Team: Wie kam es zu Deiner Verletzung?
In der 6. Meisterschaftsrunde verletzte ich mich am 14. September beim Heimspiel gegen Wiedlisbach auf dem Moos in Balsthal ohne direkte gegnerische Einwirkung am linken Knie.
Kurz vor der Halbzeit hatten wir einen Eckball. Ich stand in der gegnerischen Platzhälfte. Der Ball kam zu mir. Da ich durch einen Gegenspieler unter Druck gesetzt wurde, musste ich einen Schritt nach links machen. Dabei belastete ich offenbar mein Knie falsch und knickte nach aussen weg. Ich hatte starke Schmerzen und musste gleich ausgewechselt werden.
Web-Team: Was hast Du genau?
Gleichentags wurden meine Befürchtungen bei der Untersuchung im Spital bestätigt. Das vordere Kreuzband im linken Knie war gerissen. Der Arzt empfahl mir eine Operation. Aus verschiedenen Gründen musste ich fast drei Monate auf die OP warten. Am 9. Dezember wurde ich im Kantonsspital Olten von Dr. Nussbeck operiert.
Web-Team: Wie war die Operation?
Ich musste morgens um 10:00 im Kantonsspital Olten sein. Danach begannen die üblichen Abklärungen und die administrativen Arbeiten. Etwa um 11:30 wurde ich in den Operationssaal verlegt, wo ich eine Spritze in den Rücken bekam. Nachdem die örtliche Betäubung zu wirken begann, begann das Ärzteteams mit der eineinhalbstündigen Operation. Zuerst wurde mir aus dem hinteren Oberschenkelmuskel ein etwa 18 cm langes Stück Sehne entnommen. Nachdem die gerissene Sehne entfernt war, wurde das neue Kreuzband eingesetzt und oben und unten mit Zuckerschrauben im Knochen fixiert. Diese Schrauben lösen sich nach etwa 5 Jahren von selber auf.
In der ersten Nacht hatte ich grosse Schmerzen. Vor allem die drei Wunden schmerzten stark, so dass ich Schmerzmittel bekam. Jetzt geht es schon besser und ich durfte nach vier Tagen Spitalaufenthalt wieder heim.
Web-Team: Wie sieht Dein Rehabilitationsplan aus?
Die Bewegungstherapie begann schon kurz nach der OP im Spitalbett. Zweimal pro Tag musste ich während jeweils einer Stunde das operierte Knie mit Hilfe eines Apparates bewegen. Wenn ich nach Hause kann, muss ich zweimal pro Woche in die Physiotherapie zu Frau Häusermann nach Balsthal.
Web-Team: Welche schönen Fussball-Erinnerungen hast Du?
Gerne denke ich an ein Cupspiel bei den C-Junioren gegen Wacker Grenchen aus der Coca Cola Junior League zurück, das wir im Penaltyschiessen gewinnen konnten.
Ebenfalls in schöner Erinnerung bleiben mir die beiden Juniorenlager in Torgon und in Engelberg. Die Lagerolympiade war jedes Mal toll. 2013 in Engelberg hatten Michi, Elia und ich eine eigene „Suite“. Diese Spezialbehandlung genossen wir natürlich besonders!
„In der Kürze liegt die Würze“
Mein Lieblingsverein ist… der FC Vaduz.
Schweizer Fussballmeister 2015 wird… der FC Basel.
Die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien war… das schönste Turnier (WM und EM) seit ich mich erinnern kann. Es gab tollen Fussball mit vielen Toren zu bewundern! Schade, dass die Schweiz gegen Argentinien ausschied und natürlich, dass Liechtenstein in der WM-Qualifikation knapp scheiterte…
Der FC Mümliswil ist… ein toller Verein. Ich fühle mich wohl und habe meine Kollegen hier.
Fabio, ganz herzlichen Dank für das Interview. Wir wünschen Dir viel Geduld bei der Rehabilitation und rasche und vollständige Heilung!












