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    FC Mümliswil

    Rücktritte: Interview mit Caroline Bürgi

    | Martin Bürgi | Interview

    Auch wenn bereits die Vorbereitung auf die neue Saison angelaufen ist, beschäftigen wir uns an dieser Stelle noch mit Rücktritten.

    Am 30. Oktober 2021 spielte Caroline in Olten beim 1:2 Sieg des Gruppierungsteams Niederbipp zum letzten Mal aktiv als Fussballerin mit. Dass es ihr letztes Spiel sein würde, wusste sie damals wahrscheinlich noch nicht…Seit dem Sommer 2004 spielte sie leidenschaftlich gerne Fussball, zuerst im Juniorinnenteam, später bei den erfolgreichen Frauen des FCM und in den letzten eineinhalb Jahren als wertvolle Aushilfsspielerin im Gruppierungsteam Niederbipp-Mümliswil. Daneben übernahm sie 2013 die Aufgabe, unsere Jüngsten vom Fussballspielen zu begeistern. Nach 10 Jahren Tätigkeit bei unseren F- und G-Junioren und Juniorinnen tritt sie nun zurück, weil sie im August Mutter wird.

     Caro 3

    Web-Team: Wie kamst Du überhaupt zum Fussball?

    Caroline: An einem Samstagmorgen im Sommer 2004 machte mich eine Kollegin auf ein Schnuppertraining am Nachmittag auf dem Fussballplatz aufmerksam. Spontan ging ich auch hin und es gefiel mir. Mein Vater wusste davon nichts, er hätte wohl nicht damit gerechnet, dass sich seine Tochter fürs Fussballspielen interessiert:-). Während des folgenden Jahres hatten wir regelmässig Trainings mit Jérome Ackermann und Andy Frei und auch einige Trainingsspiele.

    Wie war dein fussballerischer Werdegang?

    Caroline: Vom Sommer 2004 bis Sommer 2005 trainierten wir fleissig, die Trainingsgruppe wurde immer grösser. Im Sommer 2005 mussten wir entscheiden, ob wir uns lizenzieren lassen und an der Meisterschaft mitmachen wollten. Eigentlich war das aber keine Frage, wir freuten uns auf richtige Wettkämpfe. Marius übernahm das Traineramt und betreute uns zwei Jahre bei den Juniorinnen B. Schon in der zweiten Saison wurden wir Regionalmeister.

    Juniorinnen B 2005 

    Altershalber wechselten wir danach zu den Aktiven und spielten erfolgreich in der 3. Liga der Frauen mit. In der Saison 2010/11 spielten wir sogar ein Jahr in der überregionalen 2. Liga, weil wir die Frauen des FC Allschwil in zwei spannenden Aufstiegsspielen besiegten. Dieses Jahr war dann aber kein allzu erfolgreiches Unternehmen…

    Was ist dein schönstes Erlebnis als Fussballerin?

    Caroline: So spontan fallen mir drei Ereignisse ein. Zuerst mal die erwähnten zwei Aufstiegsspiele gegen die Frauen des FC Allschwil. Aber auch der Cupfinal in Fulenbach gegen den FC Niederbipp, den wir zwar klar verloren, und später der Cupfinal gegen Blustavia in Hägendorf, wo wir eine Stunde lang hervorragend unterwegs waren und dann doch noch verloren, waren sehr besondere Momente in meiner Fussballkarriere.

    Gab es in deiner langen Karriere auch Rückschläge?

    Caroline: Sportlich gesehen war die ganze Saison 2010/11 in der überregionalen 2. Liga ein Rückschlag, da wir mit knappem Kader gegen starke Gegnerinnen oft keine Chance hatten. Gesundheitlich gesehen hatte ich grosses Glück, da ich ausser blauen Zehennägeln und Blasen keine Verletzungen hatte.

    An welche Mitspielerinnen erinnerst Du dich gerne?

    Caroline: Ich denke gerne an unser tolles Team zurück, das wir über Jahre hatten. Wir hatten einen super Zusammenhalt und es bestanden (und bestehen immer noch) viele Freundschaften. ‘Neben dem Platz’ war lange mindestens so wichtig wie ‘auf dem Platz’;-).

    SONY DSC

    In den letzten eineinhalb Jahren war es auch eine tolle Erfahrung, mit den erfahrenen ehemaligen Erstligaspielerinnen aus Niederbipp Fussball zu spielen.

    Welches waren deine Trainer? Was hast Du von ihnen Positives mitgenommen?

    Caroline:

    Andy und Jérome haben bei uns die Freude am Fussballspielen entfacht.

    Marius hat uns die Grundlagen beigebracht und hat für Motivation und Begeisterung gesorgt.

    Pierre hat uns taktisch weitergebracht. Seine ausgeklügelten Übungen haben wir zwar nicht immer auf Anhieb verstanden, aber das hat auch oft für gute Stimmung gesorgt im Training. Ausserdem haben wir unter Pierre unvergessliche Trainingslager in Tenero erlebt!

    Ich habe mich gefreut, dass ich zum Schluss noch unter meinem Vater trainieren durfte. Mit seiner grossen Erfahrung hat er stets abwechslungsreiche Trainings gestaltet, in denen auch die erfahrenen Spielerinnen auf ihre Rechnung kamen.

    Wie kamst Du dazu, Juniorentrainerin zu sein?

    Caroline: Im Winter 2012/13 hat mich mein Vater darauf angesprochen, dass der FCM für die F- und G- Junioren eine Trainerin suche. Weil ich in der Ausbildung zur Lehrerin schon einen J+S Trainerkurs absolviert hatte, probierte ich es aus und es hat mir gut gefallen.

    Welche lustigen Momente hast Du als Trainerin der Kleinsten erlebt?

    Caroline: Wahrscheinlich ergeht es vielen Trainer/innen so wie mir das einige Male passierte. Du erklärst ein „Hetzi-Spiel“ und legst viele Töggeli aus, damit das Spielfeld klar abgegrenzt ist. Die Kinder schwärmen dann aus und übersehen die Grenzen…

    Oder die Kinder fragen nach der Erklärung des Spiels: „Caroline, was mache mir jetz?“

    Wie viele Kinder hast Du in diesen 10 Jahren betreut?

    Caroline: Schwer zu sagen, zum Teil hatten wir nur noch wenige Jungfussballerinnen und –fussballer. In den letzten zwei Jahren stieg die Zahl aber regelmässig an. In diesem Frühling waren am Montagabend oft dreissig Kinder auf dem Brühl. Toll, dass der FCM Nachwuchs hat!

    Wie hat sich der Frauenfussball entwickelt?

    Caroline: Als wir 2004/2005 begonnen haben, war im Kanton Solothurn ein richtiger Boom zu bemerken. Das hat sich in den letzten Jahren in unserer Region aber ziemlich gelegt. Das ist ja eigentlich auch der Grund, warum das Gruppierungsteam Niederbipp-Mümliswil aufgelöst werden musste. Ich hoffe aber schon, dass die Anstrengungen des SFV und die aktuelle Frauen-EM wieder vermehrt Mädchen zum Fussballspielen bringt.

     

     „In der Kürze liegt die Würze“

    Mein Lieblingsverein ist der FC Mümliswil.

    Mümliswil 1 wird die nächste Saison auf dem 8. Rang abschliessen.

    Europameisterinnen werden 2022 die Engländerinnen.

    Weltmeister 2022 wird England.

    Der FC Mümliswil ist ein toller Verein mit guter Stimmung und tollen Leuten. Ich habe mich gerne in diesem Verein engagiert.

     

    Caroline, ganz herzlichen Dank für das Interview. Wir wünschen Dir für die bevorstehende Geburt eures ersten Kindes und für die neue Aufgabe alles Gute und hoffen, Dich ab und zu wieder auf dem Fussballplatz Brühl begrüssen zu können.

     

    Vorstand und JUKO