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    FC Mümliswil
    Pietro Spagnolo
    Pietro Spagnolo

    Unsere Schiedsrichter: Interview mit Pietro Spagnolo

    | Martin Bürgi | Interview

    Pietro Spagnolo hat aufs neue Jahr 2023 hin als Schiedsrichter zum FC Mümliswil gewechselt und wurde an der GV schon kurz vorgestellt. Sie können nun mit diesem Interview unser neues Vereinsmitglied näher kennenlernen. Dank dieses Vereinswechsels können wir hoffen, dass wir im kommenden Sommer wenigstens alle Aktivteams wie gewünscht für die Meisterschaft 2023/24 melden können.

    Weitere Schiedsrichterkandidaten sind aber sehr erwünscht.

     

    Web-Team: Stelle dich doch bitte kurz vor!

    Pietro: Ich heisse Pietro Spagnolo, bin 48-jährig und wohne in Niederbipp. Meine Eltern lebten als Gastarbeiter in Gipf-Oberfrick, wo ich auch den Kindergarten besuchte. Weil sie planten, bald wieder nach Kalabrien zurückzukehren, ging ich in Pazzano zur Schule und lebte bei meinen Grosseltern am südlichsten Zipfel von Italien. Mein Grossvater und meine Grossmutter arbeiteten da als Landwirte, das hat mich stark geprägt. Ich habe in dieser Zeit hauptsächlich Leichtathletik trainiert und nebenbei aber auch oft Fussball gespielt.

    Etwa mit fünfzehn Jahren kam ich dann zurück zu meinen Eltern ins Fricktal und habe mich um Arbeit bemüht. Dank meiner Zuverlässigkeit bekam ich die Chance, eine Ausbildung zum Futtermüller zu machen, die ich 1997 erfolgreich abschloss. Danach bildete ich mich zum Mehlmüller für Lebensmittel weiter und konnte 1999 abschliessen.

    Als ich 2003 die Weiterbildung zum Futtermitteltechniker erfolgreich abgeschlossen hatte, erhielt ich das Angebot, bei der Firma UFA AG in Herzogenbuchsee als Futtermitteltechniker zu arbeiten. Nach längeren Überlegungen habe ich dann zugesagt und bin deshalb auch nach Niederbipp gezogen. Als Futtermitteltechniker kontrolliere ich zum Beispiel die Silos, die Qualität, die Rezepte und die Herstellung der Bio Produkte für Nutztiere.

     

    Was machst Du in der Freizeit?

    Pietro: Mir wird nie langweilig. Ich habe vier Kinder, eine Tochter und drei Söhne. Viel Freizeit brauche ich für den landwirtschaftlichen Betrieb in der Heimat, den ich von meinen Eltern in Monasterace Marina am Ionischen Meer übernommen habe. In Kalabrien stelle ich in dritter Generation Olivenöl her und produziere Zitrusfrüchte. Im Gegensatz zu meinen Grosseltern arbeite ich aber mit neuen Methoden über Klima, Insekten, Fruchtbarkeit von Boden und Pflanzen. Ich habe vor etwa 25 Jahren auf einem kleinen Stück Land, das mir die Eltern zur Verfügung stellten, damit begonnen und mir ein grosses Wissen über biologischen Landbau angeeignet.

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    Alleine könnte ich das natürlich nicht, eine grosse Unterstützung sind meine Frau Jasmina, meine Eltern Remigio und Teresa und die Familien. Ich bin jedes Jahr etwa sechsmal in Kalabrien. Im Herbst mindestens zwei Wochen für die Ernte, sonst sind es jeweils nur einige Tage. Durchs Jahr helfen mir drei junge Landwirte aus der Region. Fast wöchentlich bespreche ich mit ihnen, was getan werden muss.

    Auch die Schiedsrichterei beansprucht sehr viel Freizeit. Meistens leite ich mehrere Spiele pro Woche. Urs Kohler, der für die Aufgebote beim SOFV zuständig ist, kennt meine Zuverlässigkeit und weiss, dass ich in Notfällen meistens einspringe.

     

    Wie war dein fussballerischer Werdegang?

    Pietro: Etwa mit 20 Jahren trat ich dem FC Stein bei und spielte mehrere Jahre in der 4. Liga-Mannschaft dieses Vereins.

    Welche schönen Erinnerungen hast Du an deine aktive Zeit als Fussballer?

    Pietro: Ich denke gerne an Freundschafts-Turniere in Deutschland zurück. Stein liegt am Rhein, Deutschland ist also sehr nahe und es gab immer guten Kontakt über den Rhein hinweg.

    Warum hast Du dich für die Schiedsrichter-Ausbildung entschieden?

    Pietro: Das war ein Zufall. Der FC Stein brauchte Schiedsrichter und fragte auch mich an. Ich habe spontan zugesagt und 1999 den Grundausbildungskurs absolviert. Diesen Entscheid habe ich noch nie bereut.

    Was war das Schwierigste an der Ausbildung?

    Pietro: Für mich war die deutsche Sprache das Hauptproblem. Weil ich meine ganze obligatorische Schulzeit in Italien verbracht hatte, war der theoretische Teil der Schiedsrichterausbildung eine grosse Herausforderung für mich. Ich hätte zwar alles auf Italienisch machen können, wollte es aber nicht, weil ich ja auch im deutschsprachigen Teil der Schweiz Spiele leiten wollte.

    Wie kam der Kontakt mit dem FC Mümliswil zu Stande?

    Pietro: Als ich in Niederbipp wohnte, habe ich noch zwei Jahre Fussballspiele in der Nordwestschweiz geleitet. Das war wegen den längeren Reisen natürlich zeitlich noch viel aufwändiger. Dann habe ich gewünscht, dass ich nur noch Spiele in der Region Solothurn pfeifen wollte. Ich blieb aber immer noch dem FC Stein treu. Anlässlich eines Kurses im letzten Sommer kam ich dann mit Vojko Vukojevic ins Gespräch. Er berichtete mir, dass der FCM dringend neue Schiedsrichter brauche. Dank seiner Vermittlung kam es dann zu einem Gespräch mit David Kohler und Beat Ackermann. Im Dezember haben wir die nötigen Gesuche zum Vereinswechsel ausgefüllt und eingereicht, so dass der Vereinswechsel zum FCM erfolgen kann.

    Erinnerst Du dich noch an deinen ersten Einsatz als Spielleiter?

    Pietro: So genau weiss ich nicht mehr, welches Juniorenspiel das war. Ich weiss nur noch, dass ich sehr nervös war vor diesem ersten Einsatz.

    Gibt es Spiele, an die Du dich gerne erinnerst?

    Pietro: Ich denke gerne an Spiele im Cup, in der interregionalen Juniorenmeisterschaft und im Firmensport zurück. Ganz speziell war meine Teilnahme am „Europapokal der Hafenstädte“ 2009 in Basel. Dieses traditionelle Turnier findet jedes Jahr in einer anderen Hafenstadt statt. Teilnehmer sind unter anderem Teams aus Duisburg, Bergen, Kopenhagen, Göteborg, Antwerpen, Hamburg, Lübeck und natürlich Basel. Diese Einladung war für mich eine spezielle Ehre, weil ich als einziger 4. Liga-Schiedsrichter dabei sein konnte.

    Gab es auch schon unerfreuliche Erlebnisse?

    Pietro: In der Region Nordwestschweiz wurde ich oft als Spielleiter für schwierige Spiele aufgeboten. Die Spiele zwischen Teams mit verschiedener Nationalität, Sprache und Kultur oder auch die Derbys boten dann schon Action. Aber so wurde mir nie langweilig.

    Welche Ziele hast Du als Schiedsrichter?

    Pietro: Ich hoffe, dass ich gesund bleibe und noch viele Spiele gut leiten kann.

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    „In der Kürze liegt die Würze“

    Mein Lieblingsverein ist…die Italienische Nationalmannschaft. Ich bin aber kein klassischer Fan, sondern freue mich auch an Überraschungen von Ländern und Klubs in den grossen Wettbewerben.

    Schweizer Fussballmeister 2023 wirdwohl YB.

    Die Champions League 2023 gewinnthoffentlich ein Überraschungsteam.

    Der FC Mümliswil ist…ein bodenständiger Klub. Was ich an der GV mitbekommen habe, hat der FCM eine gute Basis.

     

    Pietro, ganz herzlichen Dank für das Interview.

    Wir wünschen Dir alles Gute und viel Erfolg und Freude bei den nächsten Spielen als Schiedsrichter.