
Rücktritte: Interview mit Nicola Ackermann
Nicola hat vor kurzem sein letztes Spiel mit der 1. Mannschaft des FC Mümliswil bestritten. Damit ging nach 16 Jahren in der 1. Mannschaft eine lange Karriere als Fussballer zu Ende. Nicola ist ein Teil der Fussballer-Generation, die den Höhenflug des FC Mümliswil vom Drittligaklub zum angesehenen Zweitligaverein entscheidend mitgestaltet hat. Er kann uns somit aus erster Hand einen Einblick ermitteln.
Web-Team: Was muss man von Dir wissen, was die Leute noch nicht kennen?
Nicola: Da gibt es glaube ich nichts. Wenn jemand noch etwas wissen will, darf man mich jederzeit fragen?.
Wie war dein fussballerischer Werdegang?
Nicola: Nebst einem Fussballlager mit der U-14 Solothurn, diversen Junioren-Gruppierungen in Balsthal und einem dreimonatigen Besuch bei den A-Junioren in Biberist war ich immer beim FC Mümliswil.
Wie kamst Du überhaupt zum Fussballspielen?
Nicola: Ich weiss von meinen Eltern, dass ich bereits bei meinen ersten Gehversuchen immer einen Ball bei mir hatte. So war es naheliegend, dass ich eine Karriere als Fussballer machen würde. Ich glaube, dass ich als Sechsjähriger zum ersten Mal ein Fussballtraining besucht habe. Genaueres weiss ich jedoch zu dieser Zeit nicht mehr.
Wie war dein Einstieg in die 1. Mannschaft mit 16 Jahren?
Nicola: Ich war sogar erst 15 Jahre alt?. Dies machte mich zu dieser Zeit sehr stolz. Ernst Frei sagte, dass ich der Jüngste war, den er in die erste Mannschaft geholt hatte.
Ich erinnere mich daran, dass ich immer sehr fussballbegeistert war. Ich liebte jedes Training und habe, sofern möglich, alle Spiele der ersten Mannschaft besucht. Es war für mich grossartig, als ich in die erste Mannschaft kam. Da mein Bruder bereits zwei Jahre in dieser Mannschaft war, wurde mir der Einstieg sehr leicht gemacht.
Welche schönen Erinnerungen hast Du an deine aktive Zeit als Fussballer?
Nicola: Die erste schöne Erinnerung ist diejenige, welche Jérome bereits in seinem Interview erzählt hat. Ich habe in einem meiner ersten Einsätze für die 1. Mannschaft das entscheidende 2:1 erzielt und dies in der Nachspielzeit.
Ansonsten denke ich sehr gerne an das Cupfinal in Fulenbach zurück. Vor so einer Kulisse spielen zu können, war extrem schön, zudem konnte ich dort auch ein Tor erzielen.
Das grösste Highlight für mich waren aber die Aufstiegsspiele für die 2. Liga. Ich durfte die Mannschaft als Captain in die 2. Liga führen. In diesen drei Spielen konnte ich 3 Tore erzielen und konnte so der Mannschaft helfen. Daran denke ich immer wieder gerne zurück. Zu diesen Aufstiegsspielen kam noch die Geschichte dazu, dass ich im letzten 3. Liga-Spiel dieser Saison eine rote Karte erhalten hatte und es bis zum Schluss nicht sicher war, ob ich bei den Aufstiegsspielen würde mitspielen dürfen. Zum Glück hat es dann funktioniert.
Gab es in deiner langen Karriere auch Rückschläge?
Nicola: Mein erster Rückschlag war, als sich mein Bruder schwer am Knie verletzt hatte. Als 15-Jähriger war dies für mich nicht ganz einfach.
Zudem wollte ich immer eine Saison mit mehr als zehn Toren schaffen. Dies ist mir leider wegen einer Knieverletzung und dem Saisonabbruch durch Corona nie gelungen. Dies waren meine besten Phasen in meiner Fussballkarriere. Umso mehr wurmt es mich bis heute, dass ich in diesen Momenten zweimal ausgebremst wurde.
An welche Mitspieler erinnerst Du dich gerne?
Nicola: Als erstens natürlich an Jérome. Es war ein riesiges Privileg, so lange mit dem Bruder in der gleichen Mannschaft trainieren und spielen zu dürfen und alle Geschichten zusammen erleben zu können.
Ein weiterer besonderer Mitspieler war für mich Bozo. Wir haben genial harmoniert und konnten zusammen viele Tore erzielen und Erfolge feiern.
Welches waren deine Trainer? Was hast Du von ihnen mitgenommen?
Nicola: Mein erster Trainer war Ernst Frei, er war mein erster Förderer und hat mich behutsam in meine Aktivkarriere geführt. Von ihm habe ich extrem viel gelernt. Er hatte grosse Freude an meinem Fussballspiel, was den Start in meine Aktivkarriere deutlich vereinfachte.
Danach war Ändu Schneeberger der Eis-Trainer. Mit ihm stiegen wir in die 2. Liga auf und hatten sehr viel Spass, vor allem neben dem Platz.
Bruno übernahm als nächster die 1. Mannschaft. Er war wieder ein anderer Trainertyp, er war sehr detailverliebt. Als Beispiel: In unserem ersten Training mussten wir unsere Schusstechnik ganz genau analysieren und x-mal in Zeitlupe wiederholen, das war speziell?. Man merkte aber, dass er bereits auf höherem Niveau gespielt und trainiert hatte. Dies half extrem, um als Spieler die Tipps annehmen zu können.
Zum Schluss kam Remo. Mit ihm hatten wir nochmals einen sehr jungen Trainer, welchen die meisten in der Mannschaft bereits als Kollegen kannten. Auch dies war nochmals eine gute neue Erfahrung.
Was machst Du jetzt mit so viel (neuer) Freizeit?
Nicola: Ich bin vor kurzer Zeit Papi geworden, daher bin ich sehr froh, dass ich nun so viel Zeit für meine Familie habe. Ich kann nun meine Trainings sehr spontan planen und angehen. Darauf habe ich mich immer gefreut.
Zukünftig werde ich mich nun ein wenig mehr in den Ausdauersportarten wie Laufen und Biken versuchen.
Werden wir Deine lasergesteuerten 50m Pässe wieder auf dem Fussballplatz sehen?
Nicola: In dieser Saison werde ich wahrscheinlich sehr wenig auf dem Fussballplatz stehen. Sobald ich wieder in Mümliswil wohne, kann ich mir aber gut vorstellen, mich der Seniorenmannschaft anzuschliessen. Mal schauen, was ich in einem Jahr dazu sage?.
Wie geht es mit Mümliswil 1 ohne Dich weiter?
Nicola: Genauso wie vorher. Die Mannschaft war für mich immer ein riesiger Rückhalt mit enorm vielen sehr guten Freunden. Genau aus diesem Grund war ich auch 16 Jahre lang dabei. Der Zusammenhalt war immer grossartig. Ich freue mich sehr, die Spiele als Fan vom Spielfeldrand zu verfolgen.
„In der Kürze liegt die Würze“
Mein Lieblingsverein ist… Real Madrid
Mümliswil 1 wird die nächste Saison auf dem 7 Rang abschliessen.
Weltmeister 2022 wird…Frankreich
Der FC Mümliswil ist… für mich ein grossartiger Verein, welcher weiterhin ganz vielen viel Freude bereiten wird.
Nicola, ganz herzlichen Dank für das Interview. Wir wünschen Dir privat alles Gute und hoffen, Dich ab und zu wieder auf dem Fussballplatz begrüssen zu können.













